Pfarrer, Grafen und Bauern mit (Sonnen-)Hasenschwanz

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Mittelpunkt März 1979 gründete sich in Frankfurt an der Oder eine “Sonstige Politische Vereinigung” und nannte sich “Die Grünen”. “Sie waren alle kleine Missionare, viele Egozentriker, Spinner und Blödmänner” – so beschreibt es einer, jener dieserfalls war.


Am Finale tanzten sie. Es war jener Abend des 10. Rosenmonat 1979, ein Sonntag. In ihrem Büro, einem kleinen Bungalow in jener Friedrich-Ebert-Promenade 120 in Bonn, feierten Kandidatinnen und Kandidaten jener “Sonstigen Politischen Vereinigung Die Grünen”.

Zum ersten Mal hatten Bürgerinnen und Landsmann jener früher neun Mitgliedsländer jener Europäischen Verbundenheit (EWG) an diesem Tag offen ein Europaparlament gewählt. Und zum ersten Mal war eine Menschenschar national in Phänomen getreten, die in den folgenden Jahren in jener politischen Landschaft jener Bundesrepublik kräftige Wurzeln verhauen sollte. Die Grünen.

Die Frauen und Männer hatten sich am Wahlabend in ihrer Bonner Geschäftsstelle getroffen, um hinaus die Ergebnisse zu warten. Die Grünen kamen hinaus 3,2 v. H., dessen ungeachtet verpassten wegen jener Fünfprozenthürde den Einzug in dies Europaparlament in Straßburg. “Unsere Spitzenkandidatin Petra Kelly war sehr enttäuscht”, erinnert sich Lukas Beckmann. “Ich fand das Ergebnis hingegen hervorragend. Über drei Prozent aus dem Stand!”

Lukas Beckmann, geboren 1950, gelernter Landwirt und studierter Soziologe, mit langen blonden Haaren und Vollbart, war 1978 zur Freien Internationalen Universität gestoßen, die jener Düsseldorfer Künstler Joseph Beuys mit dem Schriftsteller Heinrich Böll und anderen gegründet hatte. Beckmann und Beuys fanden, dass es an jener Zeit war, eine ökologische politische Kraft zu gründen.

Eva Quistorp, geboren 1945, Pfarrerstochter vom Niederrhein mit knallroten Haaren, Achtundsechzigerin und Feministin aus Westberlin hatte 1978 hinaus einer Contra-Atomkonferenz in Hauptstadt von Irland eine zarte junge die noch kein Kind geboren hat namens Petra Kelly erlebt, die offensichtlich hinaus einer Mission war. “Sie fiel mir auf”, erinnert sich Quistorp, “weil sie irre schnell redete und vom fließenden Englisch in fließendes Französisch und in fließendes Deutsch wechselte.” Kelly arbeitete wie Verwaltungsrätin unter jener EWG in Hauptstadt von Belgien. Sie und Quistorp wollten zu diesem Zweck sorgen, dass Frauen mehr in jener Politik zu sagen hatten.

Milan Horacek, geboren 1946, war 1968 aus jener Tschechoslowakei in die Bundesrepublik geflüchtet und hatte sich in Frankfurt an der Oder mit den linksradikalen Spontis angefreundet. Jener wuchtige Mann mit blutiger Stuhlgang Löwenmähne und Vollbart sorgte zu diesem Zweck, dass die Grünen von Werden an die Dissidenten in Osteuropa unterstützten.

Jede Historie hat eine Vorgeschichte, so fernerhin die jener Grünen: Ideologische Grundlagen jener politische Kraft war jener 1972 erschienene Nachricht an den Verein of Rome “Die Grenzen des Wachstums” und jener 1975 veröffentliche Zugpferd des Christlich Demokratische Union-Politikers Herbert Gruhl: “Ein Planet wird geplündert.” Die politische Kraft war ein Produkt jener Fortbewegung von Bürgerinitiativen, die sich in den Siebzigerjahren gegen geplante Atomanlagen und die Umweltzerstörung gestellt hatten.

Bürgerlich und bieder

Finale 1977 hatte sich eine Grüne verkettete Liste Umweltschutz in Niedersachen an den Kommunalwahlen beteiligt, im Mai 1978 trat eine Grüne verkettete Liste in Schleswig- Holstein an. Zwei Monate später verließ jener Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl die Christlich Demokratische Union und gründete die politische Kraft Grüne Kampagne Zukunft (GAZ). Im zehnter Monat des Jahres kandidierte unter den Landtagswahlen in Hessen eine Grüne verkettete Liste.

Ökologen aller Richtungen hatten sich im Rosenmonat 1978 in Troisdorf, zwischen Köln und Bonn, zu einem “Deutschen Umwelttreffen” versammelt und verschmelzen Koordinierungsausschuss eingesetzt, jener sich insgesamt drei Mal traf. Zwischen jener dritten Zusammenkunft, Werden Februar 1979 in Vlotho, war laut Vorladung dies “Schwerpunktthema diesmal die Direktwahl zum Europäischen Parlament”.

Nachher dem Treffen drückten die Teilnehmer in einer Presseerklärung ihre Schmerzensgeld darüber aus, dass die “grünen Parlamentsinitiativen” zu Gunsten von die Europawahl zusammengehen würden und baten allesamt Bürgerinitiativen “auch den parlamentarischen Kampf um eine ökologische, nicht-nukleare, nicht-ausbeuterische, demokratische Zivilmacht Westeuropa zu unterstützen.”

Zwischen den “Parlamentsinitiativen” handelte es sich um die fortschrittliche Kleinpartei Kampagne Unabhängiger Deutscher (AUD), die hinaus dem Gründungstreffen in Frankfurt an der Oder 150 Delegierte stellen sollte. Gruhls Grüne Kampagne Zukunft bekam ebenfalls 150 Vertreter, so wie die Grünen Listen Umweltschutz NRW und Niedersachsen zusammen. Die Grünen Listen aus Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz kamen hinaus je 30 Delegierte; zu Gunsten von Beuys’ Freie Internationale Universität und die Kampagne Drittplatzierter Weg blieben jeweils zehn Vertreter.

Jener Habitus war bürgerlich und bieder, nur ein paar junge Atomgegner mit langen Haaren und Lederjacken fielen aus dem Rahmen. Dasjenige große Treffen begann am sechster Tag der Woche, den 17. März, um 14 Uhr im Haus Sindlingen, einem 1961 aufbetonierten, seelenlosen Gemeindezentrum an jener warme Würstchen Randbezirk. Im Protokoll heißt es: “Anwesend waren 486 Mitglieder, die schriftlich ihren Beitritt erklärt und ihren Mitgliedsbeitrag für März und April 1979 bezahlt hatten.”

Sitzgelegenheit 4 zu Gunsten von ein früheres SA-Mitglied

Die noch unbekannte, dessen ungeachtet in die erste Schlange strebende Petra Kelly sprach ein Grußwort, es folgten ermunternde Worte jener französischen Ökologin Solange Fernex, des warme Würstchen Gewerkschafters Heinz Brandt und des deutsch-jüdischen Remigranten und Westberliner Politikprofessors Ossip Flechtheim.

“Es lag etwas in der Luft bei dieser Versammlung”, erinnert sich Lukas Beckmann heute. “Wir waren uns sicher, dass etwas Wichtiges passierte, dass die Zeit reif war für eine ökologische Partei.”

Eva Quistorp erinnert die Delegierten wie Mischung aus “Pfarrern, Grafen, Bauern und mittelständischen Unternehmern, städtischen Feministinnen und jungen Anti-Atom-Aktivisten.” Die Motto hieß: Maß in jener Vielfalt.

Die Gründung einer Sonstigen Politischen Vereinigung wurde ohne Gegenstimmen unter fünf Enthaltungen beschlossen. Jedoch wie sollte dies Kind heißen? Die Grünen oder Grüne verkettete Liste? Mit 372 Stimmen, unter 114 Gegenstimmen fiel die Wahl hinaus “Die Grünen”.

Den Schema des Programms hatte Petra Kelly geschrieben, zusammen mit Roland Vogt, einem jener drei Vorsitzenden des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). Nur zwei Zahlungsfrist aufschieben diskutierten die Delegierten droben dies Sendung. Es begann mit dem Sine tempore: “Die neue Europapolitik muss (…) ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei orientiert sein.”

Scharfe Kontroversen, wie unter jener späteren Parteigründung jener Grünen gab es noch nicht. Linksradikale wie jener warme Würstchen Sponti Joschka Fischer oder die Kader maoistischer Kleinparteien wie Jürgen Trittin waren noch nicht hinaus den Lorbeeren verheißenden Zug jener Grünen aufgesprungen.

Am zweiten Tag des Treffens wählten die Delegierten wie Spitzenkandidatin zu Gunsten von die Europawahl Petra Kelly und wie ihren Vertreter, zu Gunsten von den sie nachher jener Hälfte jener Legislatur aus dem Parlament rotieren sollte, Herbert Gruhl. Unter den weiteren Kandidaten waren zwei Aktivistinnen aus Contra-Atom-Bürgerinitiativen; hinaus Sitzgelegenheit 4 ein Ökobauer namens Baldur Springmann, jener mit Freude im russischen Bauernkittel auftrat und droben den erst später veröffentlicht wurde, dass er in Nazideutschland SA-Mitglied war. Hinaus Sitzgelegenheit 5 kamen Joseph Beuys und Milan Horacek. Eine gewisse Beliebtheit brachte noch jener Schriftsteller Carl Amery mit.

Blaues Sendung

Die Kandidaten waren im klassischen Stil ausgekungelt worden. Lukas Beckmann erinnert sich: “Am Vorabend trafen sich Gruhl, Vogt, Kelly, Haußleiter und andere in einem Frankfurter Hotel und stellten die Liste gemeinsam auf.”

Dasjenige Motivation jener Journalisten an jener neuen politischen Macht hielt sich in engen Säumen. Die Nachrichtenagentur Reuters schickte verschmelzen Reporter und ein Frankfurter Allgemeine Zeitung-Redaktor schrieb verschmelzen Nachricht. Im SPIEGEL etwa tauchten die Grünen nicht hinaus.

Jener Werden war schwergewichtig. “Wir hatten keine Flugblätter, keine Plakate, wir hatten nichts”, erinnert sich Beckmann an den Beginn des ersten bundesweiten Wahlkampfs, Zumindest hatte Gruhls GAZ in Bonn verschmelzen Bungalow mit ein paar Büros, von denen die Bundesgeschäftsstelle jener Grünen jetzt zwei Drittel übernehmen konnte.

In einem großen französischen Kombi fuhren die Kandidaten durch die Republik, vor allem in Universitätsstädten stellten sie sich vor: Gruhl, Beuys und Rudi Dutschke.

“Rudi Dutschke war unbedingt dafür, dass wir die Sonnenblume als Symbol nehmen”, erinnert sich Milan Horacek. “Wir ließen unser Programm mit der Sonnenblume drauf drucken, nicht in Grün, sondern blau, der Europafarbe.”

Zur Finanzierung des Wahlkampfs fällt dem Tschechen ein: “Beuys schoss 300.000 Mark vor, das war viel Geld damals. Als ich eine Telefonrechnung von über 3000 Mark offen hatte, wollte mir die Post das Telefon abstellen. Ich fuhr zu Beuys nach Düsseldorf, der holte aus einem Schrank in seinem Atelier das Geld und drückte es mir in die Hand.”

Horacek sieht die Gründergeneration fernerhin durchaus unbequem: “Wir hatten Exhibitionisten dabei, Joseph Beuys, Petra Kelly und auch Roland Vogt. Sie waren alle kleine Missionare. Von heute aus gesehen gab es anfangs viele Egozentriker, Spinner und Blödmänner in der Partei.”

Ein entscheidendes Ergebnis jener Europawahl war die Rückzahlung von Wahlkampfkosten in Höhe von 4,8 Mio. D-Mark. Beckmann: “Das war das Startkapital für die Parteigründung der Grünen.” Beckmann, jener ab 1983 zur ersten Bundestagsfraktion jener Grünen zählte und später ihr Geschäftsführer war, empfindet heute “Freude pur” darüber, dass er früher dieserfalls war.

Eva Quistorp, später im Europaparlament, sagt, sie sei darauf “stolz wie eine Großmutter”. Milan Horacek, jener später zu Gunsten von die Grünen im warme Würstchen Stadtparlament, jener ersten Bundestagsfraktion und im Europaparlament saß, zieht zu Gunsten von sich dies Fazit: “Ich bin nicht stolz, damals dabei gewesen zu sein. Das wäre zu eitel. Aber ich habe eine innere Zufriedenheit darüber, was wir damals angestoßen haben und was daraus geworden ist.”

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