Absurde Hürden: Corona-Hilfskredite in der Praxis – Top Meldungen

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Die Coronakrise trifft Kleinunternehmen und Selbständige hart. Deshalb helfen Bund und Länder mit Soforthilfen und Überbrückungskrediten. Die Zahl der Antragsteller aus Handel und Gastronomie ist groß. Doch bei der Vergabe von Krediten hakt es noch.

Das Zentrum der Marktgemeinde Murnau am Staffelsee wirkt wie ausgestorben. Wie die meisten Geschäfte musste auch das Bettenhaus Federl wegen der Coronakrise schließen. Die Inhaberin Stefanie Fischer bangt um ihre wirtschaftliche Zukunft. Der Familienbetrieb ist 142 Jahre alt. Sie betreibt ihn in der fünften Generation. Die zehn Beschäftigten sind schon lange da.

Stefanie Fischer hat für die zehn Beschäftigten, davon fünf in Vollzeit, Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angezeigt. Doch dort ist sie eine von vielen. Und gerade in Krisenzeiten gibt es jede Menge Gerüchte. Angeblich gebe es in der Agentur für Arbeit in Garmisch nur drei Mitarbeiter. Es könne sechs Monate dauern, bis sie Geld bekommen.

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Das verschärft die finanzielle Lage im Federl-Bettengeschäft in Murnau weiter. Der Laden ist zu, das Eigenkapital schmilzt wie der Schnee in der Sonne auf den Bergen rings um Murnau. “Wir sind Einzelhandel, das heißt, wir leben von der Kundenfrequenz, von Kunden, die kommen. Ich habe keinen Onlineshop. Das heißt, von null auf 100 brechen die Umsätze ein, ich habe aber trotzdem alle laufenden Kosten. Mieten, Nebenkosten, das läuft weiter, ob ein Kunde kommt oder nicht.”

Allerdings haben nun der Bund und der Freistaat angekündigt, genau diesen Kleinunternehmern helfen zu wollen. Mit einem ganzen Maßnahmenbündel aus Soforthilfen und Krediterleichterungen sollen diese Firmen über Wasser gehalten werden. Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten Soforthilfen vom Bund in Höhe von bis zu 9.000 Euro für drei Monate, größere bis 15 Mitarbeitende bis 15.000 Euro. Das soll nun mit den Hilfen des Bundes verzahnt werden. Es gibt also nur einmal Geld, das soll aber schnell fließen, versprach der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Bayerischen Rundfunk:

Allerdings ist der Weg dann doch nicht ganz so einfach. Zurück zu Stefanie Fischer. Sie hat bei ihrer Hausbank zunächst einen Überbrückungskredit aus den Fördertöpfen des Freistaates beantragt. Doch die Hausbank macht ihr hohe Auflagen. Neben der Bilanz des vergangenen Jahres soll Fischer auch mitteilen, wie ihre Geschäftsaussichten in diesem Jahr sind. Ausgerechnet jetzt, wenn alles in Frage steht:

Sie wisse nicht, wie der Verbraucher sich verhält oder wie lange das Geschäft geschlossen bleibe, wie viele Monate wie viele Wochen. Die Unternehmen befürchten, dass alles viel zu lange dauert. Wird das Kurzarbeitergeld nicht zügig ausbezahlt, ist das Konto schneller leer als vermutet. Und wenn dann die Kredithilfen nicht bewilligt werden, um den Engpass zu überbrücken, ist die Existenz gefährdet. Zwar wurde schnell Geld bereitgestellt, aber die Firmen tun sich schwer, an die Finanzspritzen zu kommen. Das sagt auch Achim von Michel vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft in Bayern: “Hier machen wir schon die Erfahrung, dass die nötigen Informationen und die Unterlagen teils bei den Banken noch gar nicht angekommen sind. Das heißt, hier geht es schon darum, in diesem ganzen Kreditbereich Geschwindigkeit aufzunehmen.”

Die Bankenaufsicht will nun tatsächlich die Kreditvergabe erleichtern. So soll die Bilanz des Jahres 2019 oder 2018 genügen, um ein Darlehen zu erhalten. Und auch die LfA-Förderbank Bayern will das Verfahren schnell verbessern. Jeder Tag zählt. Betten-Federl hofft, dass alles noch rechtzeitig kommt.

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Wann wird das Kurzarbeitergeld ausbezahlt?

Eigenkapital schmilzt

Soforthilfen und Kredite

Hohe Auflagen der Hausbank

Absurde Hürden: Corona-Hilfskredite in der Praxis

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