Als Superman einmal ganz unten war – Top Meldungen

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Verzweifelte Regisseure, irre Drehbuch-Entwürfe und brennende Giraffen: “Nie im Kino” ist zurück. Der Podcast über gescheiterte Filmprojekte geht in die zweite Staffel. Christina Wolf und ihr Team durchforsten wieder den Friedhof der Filmgeschichte

Kaum zu glauben, wo heute jeden Monat ein neuer Superhelden-Film veröffentlicht wird, aber: Ende der 80er, Anfang der 90er waren Superheldenfilme in der Krise. Besonders schlecht erging es Superman. Die ersten beiden Filme mit Christopher Reeve waren noch Klassiker. Doch dann kamen Superman 3 und 4, furchtbare Machwerke mit abstrusen Plots und miesen Effekten.

In den 90ern gab es dann gleich mehrere Versuche, Superman wieder Leben einzuhauchen. Drehbücher wurden geschrieben, Schauspieler gecastet und gleich zwei legendäre Regisseure mit dem Reboot betraut: Kevin Smith (Dogma, Clerks) und Tim Burton (Batman, Beetlejuice). Aber keiner von ihnen schaffte es, tatsächlich einen Film zu realisieren. Das allererste der zahlreichen nie verfilmten Drehbücher rund um Clark Kent gilt Filmfreaks im Internet als eines der bizarrsten Machwerke aller Zeiten – und nicht zu unrecht. Denn im Skript von “Superman Reborn” des weitgehend unbekannten Autors Gregory Porier geht es in der ersten guten halbe Stunde nur um Leichenfledderei. Richtig gelesen: Superman stirbt, und dann entbrennt ein ausführlicher Kampf um seine Leiche.

Als die Verantwortlichen dann den damals aufstrebenden Regisseur Kevin Smith baten, dieses Drehbuch für sie einzuschätzen, flippte der Comic-Fan Smith ob der Entweihung seines geliebten Helden völlig aus: “Warum pinkeln sie nicht auch noch auf die Bibel und lassen Jesus Pimmelwitze erzählen?” Die Verantwortlichen bei Warner Brothers hatten ein Einsehen und beauftragten Smith, selbst ein neues Drehbuch zu schreiben. Doch auch dieses namens “Superman lives” wurde nie verfilmt. Und selbst als die Studio-Chefs Kevin Smith feuerten und den damals schon berühmten “Batman”-Regisseur Tim Burton dazu holten, war die Pechsträhne noch nicht zu Ende. Warner bekam finanzielle Probleme und musste das Projekt stoppen, und das obwohl bereits Nicolas Cage für die Rolle des Superhelden verpflichtet war. Es sollte noch mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis wieder ein Superman-Film in die Kinos kam.

Die nie realisierten Superman-Geschichten sind aber nur ein Thema des BR-Podcasts “Nie im Kino”, der gescheiterte Filme wieder auferstehen lässt. In der zweiten Folge geht es zum Beispiel um das unvollendete Meisterwerk von Star-Regisseur Steven Soderbergh (Ocean’s Eleven): Eine Rock-Oper über das Leben der letzten Pharaonin Cleopatra, vertont von der Indie-Band “Guided by Voices”. In “Nie im Kino” kann die gescheiterte Kostüm-Oper jetzt endlich zumindest musikalisch zum Leben erwachen – das “Nie im Kino”-Team hat dazu sogar eigene Songs mit befreundeten Musikern aufgenommen.

Alle Folgen von “Nie im Kino” gibt es im BR Podcastcenter oder in der ARD Audiothek.

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Als Superman einmal ganz unten war

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