Arbeitsplätze: Maschinenbau-Mekka in der Oberpfalz – Top Meldungen

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Arbeitsplätze sind für die Kommunalpolitiker im ländlichen Raum die Währung, nach der sie gemessen werden. Um die Menschen in der Region zu halten, ist es wichtig, für Unternehmen attraktiv zu sein. Roding in der Oberpfalz hat dafür Strategien.

Eigentlich müssten sich die 12.000 Einwohner von Roding in der Oberpfalz keine Sorgen machen, zumindest nicht über ihre Arbeitsplätze. Hier herrscht Vollbeschäftigung. Das ist auch das Verdienst von Bürgermeister Franz Reichold. Seit 1996 ist der zweifache Familienvater im Amt und das, obwohl er damals gar nicht kandidieren wollte.

Die Ehe hält bis heute. Doch jetzt droht wirklich Gefahr und das hat mit Einspritzpumpen für Dieselmotoren zu tun. Der Autozulieferer Continental will sein Werk in Roding schließen. Franz Reichold demonstriert dagegen mit 500 Mitarbeitern im Herbst 2019. Die Angst geht um. Keiner versteht die Entscheidung des Konzerns.

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Aufgewachsen ist Franz Reichold in Roding in den 1950er Jahren. Damals gilt dieser Teil der Oberpfalz als das Armenhaus in Bayern.

Doch dann kommt 1958 die Bundeswehr und eröffnet einen Standort in Roding. Den Grundstein für die Arnulf-Kaserne legt der damalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß.

Die Soldaten sind für die Kommune wirtschaftlich wichtig. Franz Reichold hat einen Termin mit dem Kommandeur der Kaserne, Oberstleutnant Michael Hanisch. Die Bundeswehr plant den Standort zu erweitern.

Aber für den Aufschwung braucht es noch mehr. In den 60er Jahren eröffnet in Roding die Heizungsbaufirma Vaillant ihr Werk. Der Bedarf an Fachkräften wächst ständig.

Diese Kompetenz half dem Standort, sich weiter zu entwickeln. Die Firma von Josef Mühlbauer, der bei Vaillant Dreher gelernt hat, ist heute der größte Arbeitgeber in Roding mit 1.500 Beschäftigten und 80 bis 90 neuen Auszubildenden pro Jahr. Die Mühlbauer AG ist Weltmarktführer und baut unter anderem die Maschinen für die Platinen des iPhones sowie für die Produktion von Geldkarten oder Reisepässen weltweit.

Ein weiteres Beispiel ist die Firma Webutex. Ein Start-up aus dem Rodinger Gründerzentrum. Das Unternehmen produziert seit 2008 Kunststoff-Komponenten, die besonders leicht und belastbar sind. Sie finden sich in ICE-Zügen, in der Medizintechnik oder in der Raumfahrt. Franz Reichhold ist mit Firmenchef Wolfgang Wese verabredet. Webutex zählt zu den erfolgreichsten mittelständischen Unternehmen in Deutschland und will weiter expandieren. Da ist der Bürgermeister gefragt.

Deshalb geht Webutex nicht ins Ausland, sondern bleibt in Roding. Die Arbeitslosenquote liegt hier bei unter zwei Prozent, Vollbeschäftigung eben. Franz Reichold zieht am Ende seiner Amtszeit eine positive Bilanz: Roding ist die einzige Stadt im Landkreis Cham, die wächst. Es wurden Schulen saniert und Kindergärten gebaut. Um den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken, hat die Stadt ein Busunternehmen gekauft.

Franz Reichold hat auch gegen ein Bürgerbegehren gekämpft, das den Neubau eines Ganzjahresbades verhindern wollte. Das Bad wird jetzt für 20 Millionen Euro realisiert.

Die Rodinger schätzen ihre Nummer eins seit mehr als zwei Jahrzehnten. Bodenständig und bescheiden ist er geblieben. Doch Ende April ist Schluss. Dann will Franz Reichold studieren und ökologische Projekte unterstützen.

Roding ist gut für die Zukunft gerüstet.

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