Asklepios greift nach Rhön-Klinikum – Einigung mit Gründer

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München – Die Hamburger Klinikkette Asklepios greift nach dem Rivalen Rhön-Klinikum und will damit das jahrelange Tauziehen um das fränkische Unternehmen beenden.

Asklepios stockt seine Beteiligung mit Hilfe von Rhön-Gründer Eugen Münch und seiner Familie auf 41,1 Prozent von 28,7 Prozent auf. Münch verkauft 12,4 Prozent seiner Aktien direkt an Asklepios. Seine restlichen 7,6 Prozent werden zusammen mit dem Asklepios-Aktienpaket in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht, das damit auf 49 Prozent an Rhön kommt, wie Asklepios am Freitag mitteilte. “Wir bündeln unsere Kräfte mit dem gemeinsamen Ziel, unsere Vision für die Gesundheitsversorgung in Deutschland unter dem Dach der Gruppe Asklepios/Rhön zu verwirklichen”, sagte Münch.

Die Branche stehe vor Herausforderungen. “Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen, um die Pattsituation im Eigentümerkreis von Rhön aufzulösen”, erklärte der Gründer. Ihm bleiben 16 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen. Die übrigen Rhön-Aktionäre sollen ein Übernahmeangebot über 18 Euro je Aktie bekommen, 25 Prozent mehr als der Börsenkurs vor der Ankündigung von 14,40 Euro. Damit wollen Asklepios und Münch zusammen auf eine Mehrheit kommen. Der Klinikkonzern aus Bad Neustadt an der Saale wird dabei mit 1,2 Milliarden Euro bewertet.

Weitere Großaktionäre bei Rhön-Klinikum sind der Klinik-Zulieferer B. Braun Melsungen, der gut 25 Prozent hält, sowie der Versicherer Landeskrankenhilfe mit fünf Prozent. Asklepios-Chef Kai Hankeln sagte, man habe zu Braun noch keinen Kontakt aufgenommen, gehe aber davon aus, seine Zustimmung zu gewinnen. Hankeln sieht keine kartellrechtlichen Schwierigkeiten, sagte aber, man müsse aber die Entscheidung der Wettbewerbshüter abwarten. Bei Braun und Rhön war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

JAHRELANGE FEHDE

Asklepios-Eigentümer Bernard Broermann wird seit Jahren Interesse an einer Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum nachgesagt. Asklepios ist hinter der Fresenius-Tochter Helios der zweitgrößte private Klinikbetreiber in Deutschland. Rhön-Klinikum liegt hinter den Münchener Sana Kliniken auf Platz vier. Die Unternehmen hatten sich vor Jahren eine schlagzeilenträchtige Schlacht um die Vorherrschaft am deutschen Krankenhausmarkt geliefert. Asklepios war 2012 bei Rhön-Klinikum eingestiegen, um die geplante Übernahme des Konzerns durch Fresenius zu verhindern. Doch Fresenius schlug zurück und kaufte Rhön zwei Jahre später einen Großteil ihrer Krankenhäuser ab.

Dass Münch bereit war, sich von seinem Anteil zu trennen, liegt offenbar auch an Unstimmigkeiten zwischen ihm und dem Management über den Kurs der Klinikkette, wie er in einer Telefonkonferenz andeutete: Es habe “Richtungsunterschiede” gegeben. Es habe zu einer Entscheidung kommen müssen, “die habe ich jetzt herbeigeführt.” Münch soll eine “zentrale Funktion” bei dem Unternehmen behalten.

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Rhön, zu dem auch das Universitätsklinikum Gießen-Marburg gehört, soll auch nach der Transaktion eigenständig bleiben. Hankeln zufolge sind keine Schließungen geplant. “Wir sehen aber Synergieffekte in den Standorten.”

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