BMW und Mercedes wollen CO2-Ziele ohne Rabattschlacht erreichen

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Frankfurt/München – BMW und Daimler wollen auch ohne Preiskampf genügend emissionsärmere Autos in Europa verkaufen, um in diesem Jahr die strengeren Klimaschutzvorgaben zu erreichen.

“Es war nie eine Idee, Autos zu verramschen oder zu pushen”, sagte Daimler-Chef Ola Källenius in einer Telefonkonferenz am Dienstag. Der Premiumhersteller Mercedes müsse seinen Premiumpreis intakt halten. Auch der Erzrivale BMW will Elektroautos nicht mit hohen Rabatten in den Markt drücken. Die Nachfrage nach reinen E-Autos und Plug-in-Hybriden, die dank der Kombination von Kraftstoff- und Stromantrieb weniger Kohlendioxid in die Luft blasen, ziehe in Europa an, sagte BMW-Vertriebschef Pieter Nota. “Wir müssen sie nicht hart pushen.”

Beide Hersteller müssen in diesem Jahr die CO2-Emissionen im Schnitt der verkauften Flotten um 20 Prozent senken, wenn sie Strafzahlungen vermeiden wollen. Bis 2021 muss der CO2-Ausstoß 40 Prozent unter dem Level von 2007 liegen. Wird der Wert nicht eingehalten, sind Geldbußen fällig. Nach einer Schätzung von PA Consulting müsste Daimler mit einer Strafe von knapp einer Milliarde Euro und BMW mit 750 Millionen Euro rechnen, wenn sie von ihren CO2-Werten 2018 nicht herunterkämen. Nach Schätzung der Analysten liegt der Zielwert von beiden Herstellern etwas über 100 Gramm CO2 je Kilometer. Die BMW-Flotte stieß 2018 nach PA-Daten 123,6 Gramm aus. Die Marke mit dem Stern verschlechterte sich 2019 sogar – nach eigenen Angaben in Europa auf 137 von 135 Gramm – weil mit dem Dieselskandal die Nachfrage nach sparsameren Selbstzündern sank. Deshalb vermuten Branchenkenner, BMW oder Daimler kämen um hohe Rabatte für die klimafreundlicheren Neuwagen nicht herum.

Die Vorstandschefs betonten, sie könnten die CO2-Vorgaben schaffen. Mercedes sei in “Schlagweite” dran, sagte Källenius. “Wir werden die harten europäischen CO2-Regeln 2020 und 2021 erfüllen”, bekräftigte auch BMW-Chef Oliver Zipse. Mit Milliardeninvestitionen bringen die Oberklassehersteller neue E-Autos auf den Markt – so etwa die Münchner den Elektro-Mini, den i4 und das SUV iX3 und die Stuttgarter den EQC, den Van EQV oder den für nächstes Jahr angekündigten EQA, die elektrische A-Klasse. Darüber hinaus bieten sie alle wichtigen Modelle als Plug-in-Hybride an. Beim Absatz hilft den Autobauern, dass die Regierungen in Frankreich, Deutschland oder den Niederlanden klimaschonendere Dienstwagen steuerlich fördern. Unternehmen setzten deshalb zunehmend für Dienstwagenflotten strengere CO2-Limits, erklärte BMW-Vertriebschef Nota.

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