Corona-Krise: Kurzarbeit bei Porzellanhersteller BHS tabletop – Top Meldungen

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Die Corona-Pandemie trifft auch den Weltmarktführer für Hotel-Porzellan, BHS tabletop. Weil Hotels und Gaststätten weltweit Umsatzeinbrüche verzeichnen, gibt es nun bei BHS Kurzarbeit. Doch es drohen noch größere Probleme.

Der Weltmarkt-Führer für Gastronomie-Porzellan, die Firma BHS Tabletop mit Standorten in Selb und Schönwald in Oberfranken sowie Weiden in der Oberpfalz, schlägt Alarm: Wegen massiver Umsatzeinbrüche durch die Corona-Pandemie gilt jetzt für rund die Hälfte der 1.165 Mitarbeiter Kurzarbeit – vorläufig bis Mitte April.

Doch es droht mehr: das endgültige Aus. Aus diesem Grund bitten bitten Vorstandschef Gerhard Schwalber und Betriebsratsvorsitzender Michael Ott nun in einem gemeinsamen Brief direkt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) um schnelle finanzielle Hilfe. Und sie finden drastische Worte: “Dies kann das endgültige Aus jeder Porzellanindustrie in Bayern sein. Eine über Jahrhunderte währende Geschichte geht innerhalb weniger Monate zu Ende.” Denn trotz Kurzarbeit, Steuererleichterungen und auch mit den eigenen Finanz-Reserven des Unternehmens könne BHS die massiven Einnahmen-Rückgang nicht ausgleichen.

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In einer Video-Botschaft will die Firmen-Leitung heute noch alle Mitarbeiter weiter informieren. Erste Infos gab es bereits am Freitag. Am Standort Schönwald ist ein erster Produktionsstillstand bis zum 19. April notwendig, alle 350 Mitarbeiter wurden dort in Kurzarbeit geschickt. Am Standort Weiden zählt BHS zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region – dort betrifft die Kurzarbeit 250 der 400 Beschäftigten, vorläufig geplant bis 14. April. Im Dienstleistungszentrum in Selb wurde tageweise Kurzarbeit eingeführt. Auch für die Verwaltung an allen Standorten gilt ab April Kurzarbeit, erklärt ein Firmensprecher auf BR-Anfrage.

Im Brief an Söder betonen Vorstands- und Betriebsratschef , dass BHS vor wenigen Wochen noch ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen gewesen sei. Man habe mit der hochmotivierten und hervorragend qualifizierten Belegschaft profitabel gearbeitet, in Schönwald und Weiden Porzellan der Marken Schönwald, Bauscher und Tafelstern für Kunden rund um den Globus gefertigt. “Heute ist alles anders: Die beispiellose Krise lässt unsere Werke stillstehen, weil weltweit Gastronomie, Hotels, Caterer, Kreuzfahrt- und Fluggesellschaften Aufträge stornieren bzw. keine mehr tätigen.”

Deshalb, so der Appell an Söder, müssten staatliche Finanzhilfen wesentlich schneller ausgezahlt werden als bisher – üblicherweise dauere es über die KfW oder LfA Förderbank Bayern drei bis vier Monate. “Wir benötigen den schnellen Zugang zu temporären Liquiditätshilfen. Mit Dank haben wir Ihre verschiedenen Initiativen und die der Bundesregierung zu Kurzarbeitsregelungen und Steuererleichterungen wahrgenommen. Leider reicht dies auch mit unseren Unternehmensreserven nicht, um den radikalen Einnahmenrückgang über einen längeren Zeitraum zu überbrücken. Die Liquidität, die wir kurzfristig stemmen müssen, liegt signifikant höher als die Effekte von Kurzarbeit und Stundungen bewirken.”

Als Porzellanunternehmen sei man Krisenzeiten gewohnt, betonen der Vorstandschef und der Betriebsratsvorsitzende im Brief an Söder. So habe man zum Beispiel 1997/98 – damals noch als Hutschenreuther AG – aus eigener Kraft um den Preis des Abbaus von Hunderten Arbeitsplätzen eine gravierende Krise bewältigt. Seit Jahrzehnte setze man sich trotz der Konkurrenz aus Fernost durch. Doch die aktuelle Krise habe ein ganz anderes Ausmaß.

Firma warnt vor einem drohenden Aus

Stillstand bei Produktion

Aufträge fallen weg oder werden storniert

Eindringliche Bitte an Söder

Krise mit neuem Ausmaß

Corona-Krise: Kurzarbeit bei Porzellanhersteller BHS tabletop

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