Deutsche Unternehmen sehen einen Silberstreif in China

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München/Troisdorf – Das Ursprungsland des Coronavirus ist nach Beobachtungen großer deutscher Unternehmen auf dem Weg zur Normalität.

Die Deutsche Post erklärte am Dienstag in Troisdorf bei Bonn, das Express-Geschäft in China habe Anfang März wieder zugelegt. Der Chef des fränkischen Autozulieferers Schaeffler, Klaus Rosenfeld, sagte, seine Werke in China seien nach einer um zehn Tage verlängerten Ferienzeit wieder in Betrieb und zu 80 Prozent ausgelastet. Die Lieferketten seien intakt. “In China scheint sich die Situation zu entspannen.” Er reche damit, dass sich der Automarkt dort so schnell wieder erhole wie er eingebrochen war. Schaeffler erwirtschaftet rund ein Fünftel seiner Erlöse in China.

Am Dienstag meldete China nur 19 neue Corona-Erkrankungen, weniger als halb so viele wie einen Tag zuvor. Die Zahl der Todesfälle sank auf 17 von 22. Präsident Xi Jinping besuchte die Millionenstadt Wuhan, wo die Epidemie ausgebrochen war.

Die Deutsche Post hatte als einer der ersten Konzerne vor den Folgen des Ausbruchs der Corona-Epidemie gewarnt. Der Bonner Logistik-Konzern macht sich für Februar auf Gewinneinbußen von rund 60 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen (Ebit) gefasst, wie Finanzchefin Melanie Kreis berichtete. China ist für die Post der viertgrößte Markt weltweit.

AUTOBAUER UND SPORTARTIKLER BETROFFEN

Auch Autobauer sehen die Situation in China auf dem Weg der Besserung und lassen ihre Produktion dort wieder anlaufen. Daimler fährt nach den wegen der Corona-Epidemie verlängerten Neujahrsferien seine Produktion in China “graduell hoch”, wie Konzernchef Ola Källenius dem “Spiegel” sagte. Der Auto-Absatz in China brach im Februar allerdings um 80 Prozent ein.

Womöglich gleich dreifach vom Coronavirus betroffen ist der fränkische Sportartikelkonzern Adidas, der am Mittwoch über das abgelaufene Jahr und die Aussichten für 2020 berichtet. Für Adidas ist China nicht nur einer der wichtigsten Märkte, das Unternehmen bezieht von dort auch große Teile seiner Schuhe, Textilien und Accessoires. Nach dem Coronavirus-Ausbruch war der Einzelhandel dort praktisch zusammengebrochen, weil die Behörden die Schließung vieler Läden verfügten. Adidas meldete Umsatzeinbrüche von 85 Prozent. Der Rivale Puma hatte schon vor drei Wochen berichtet, dass die Produktion der meisten chinesischen Lieferanten nach der Zwangspause wieder angelaufen sei.

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Bangen müssen die Sportartikelhersteller auch um die sportlichen Großereignisse, die im Sommer anstehen und für einen Umsatzschub sorgen sollen: die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele in Tokio. Seit Wochen wird angesichts der Epidemie über eine Absage oder Verschiebung spekuliert.

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