EU und Grossbritannien legen Streitigkeiten in Handelsgesprächen nach

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Brüssel – Die Europäische Union und Großbritannien machen nach der ersten Gesprächsrunde über einen Handelsvertrag eine Reihe von Differenzen aus.

“Ein Abkommen ist möglich, auch wenn das schwierig ist”, sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Donnerstag in Brüssel. Er verwies auf “ernsthafte Meinungsverschiedenheiten”. Ein Vertreter der britischen Regierung wertete die Verhandlungen als konstruktiv, verwies aber ebenfalls auf eine Reihe von Streitigkeiten.

Die 27 nach dem Brexit verbleibenden EU-Staaten streiten mit Großbritannien über die Bedingungen für einen fairen Wettbewerb und über Fischereirechte. Barnier zufolge peilt Großbritannien eine ganze Serie einzelner Verträge an, während die EU nur ein umfassendes Abkommen anstrebt. Ziel der Verhandlungen ist es, bis zum Jahresende ein Handelsabkommen abzuschließen. Großbritannien strebt einen möglichst ungehinderten Zugang zum EU-Binnenmarkt an. Dazu ist die EU allerdings nur bereit, wenn sich das Vereinigte Königreich weiterhin EU-Standards unterwirft.

Die EU-Spitze verdächtigt Großbritannien, einen Keil zwischen die 27 EU-Staaten treiben zu wollen, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken. In einem Dokument, das Reuters einsehen konnte, wird davor gewarnt, dass die Haltung der EU unterlaufen werden könnte, falls Mitgliedsstaaten mit Großbritannien getrennte Gespräche führen sollten. “Wir haben Informationen darüber, dass Kollegen aus Großbritannien auf verschiedenen Ebene das Gespräch in Fragen suchen, die in Beziehung zu den Handelsgesprächen stehen”, sagte ein kroatischer Diplomat. Ein Sprecher der Regierung in London erklärte dazu, dem Vereinigten Königreich sei bewusst, dass es mit der EU-Kommission die künftigen Beziehungen aushandele.

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