EZB bereit zum Handeln gegen Coronavirus

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Frankfurt – Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte nach den Worten ihres Vizepräsidenten Luis de Guindos die Wirtschaft wegen des Ausbruchs des Coronavirus mit geldpolitischen Mitteln stützen.

“In jedem Fall steht der EZB-Rat bereit, alle seine Instrumente anzupassen, wenn erforderlich”, sagte de Guindos am Montag auf einer Veranstaltung in London laut Redetext. An vorderster Front sollte aber die Fiskalpolitik stehen. “Wir bleiben wachsam und werden alle hereinkommenden Daten sorgfältig beobachten.” Die Reaktion der EZB sollte ruhig und umsichtig sein.

Der Ausbruch der Viruserkrankung sorgt de Guindos zufolge für neue Unsicherheit hinsichtlich der Wachstumsaussichten für die Euro-Zone. “Der Ausbruch hat das Potenzial, die Wirtschaft der Euro-Zone sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite zu treffen,” warnte der Stellvertreter von EZB-Präsidentin Christie Lagarde. Die Quarantäne-Maßnahmen in China und die damit verknüpften Produktionsausfälle könnten die Auslandsnachfrage dämpfen. Das werde sich möglicherweise auf die Exporte aus der Euro-Zone auswirken. Im Dienstleistungssektor könnten sich Reisebeschränkungen bemerkbar machen. “Sollte sich der Virus weiter ausbreiten, könnten heimische Firmen direkter getroffen werden, beispielsweise durch Verzögerungen in den Lieferketten.”

Am Freitagabend hatte bereits US-Notenbank-Chef Jerome Powell erklärt, die Fed werde angemessen handeln, um die Wirtschaft inmitten des Coronavirus-Ausbruchs zu unterstützen. Das Virus stelle die Wirtschaft vor zunehmende Risiken. Die Finanzmärkte waren in der vergangenen Woche weltweit auf Talfahrt gegangen. Auch am Montag lag der deutsche Aktienindex Dax im Minus.

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