EZB-Chefvolkswirt – Coronavirus stellt ein Risiko für die Wirtschaft dar, wenn es andauert

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Frankfurt – Die Coronavirus-Epidemie stellt nach Ansicht von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane ein größeres Risiko für die Konjunktur dar, sollte die Lungenkrankheit länger anhalten.

“Eine weitere großflächige Ansteckung und eine längere Unterbrechung der normalen Wirtschaftsaktivität erzeugen zusätzliche Risiken für die kurzfristigen Projektionen”, sagte Lane in London. Im März stehen die neuen Wachstums- und Inflationsprognosen der Europäischen Zentralbank (EZB) an.

Die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus in Europa beunruhigt auch die EZB immer mehr. “Wir alle sind sehr besorgt über das, was gegenwärtig im Hinblick auf die Ausbreitung des Coronavirus passiert”, sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel am Donnerstag in London. Falls sich das Virus stärker in Europa festsetze, könne die Notenbank darüber nicht hinwegsehen. Aus Sicht von EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist aber der Punkt noch nicht erreicht, ab dem die Viruserkrankung langanhaltenden wirtschaftlichen Schaden verursacht.

Österreichs Notenbank-Chef Robert Holzmann ist gegen übereilte Reaktionen der EZB auf die Ausbreitung des Coronavirus. “Die Geldpolitik sollte nur weiter gelockert werden, wenn es zu einem wirtschaftlichen Einbruch kommt und nicht schon bei einer Abflachung der Wachstumsdynamik”, sagte das EZB-Ratsmitglied in einem Interview der “Börsen-Zeitung”. Holzmann erwartet nur geringe Auswirkungen der Epidemie auf die Weltwirtschaft und die europäische Wirtschaft, sollte das Virus in den nächsten Monaten überwunden werden.

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