#Faktenfuchs: Corona-Schnelltests – Sicher oder Geldmache? – Top News

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Bei den im Internet angebotenen Schnelltests handelt es sich um Antikörpertests.

Damit könnte sich eine durchgemachte Corona-Infektion und damit eine mögliche Immunität nachweisen lassen.

Damit werben die Anbieter.

Doch Experten zweifeln an, dass die Schnelltests das wirklich leisten.

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Der #Faktenfuchs ist das Faktencheck-Format des Bayerischen Rundfunks.

Wir gehen Gerüchten auf den Grund – und wir beantworten Fragen.

Die Journalistinnen und Journalisten im #Faktenfuchs-Team klären absichtlich verbreitete Falschmeldungen oder sich haltende Gerüchte auf.

Die Ideen für unsere Artikel kommen vor allem aus den Social Timelines und Kommentarspalten.

So erklärt sich die Vielfalt der Themen beim #Faktenfuchs: Politik, Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft, Landwirtschaft oder Medizin.

Wirken Inhalte verdächtig oder tritt der Breaking-News-Fall ein, dann prüfen wir auch Bilder oder Videos auf ihre Echtheit und ihren Faktengehalt.

Hier erklären wir das ausführlicher.

Warum eigentlich “Faktenfuchs”? Wir arbeiten mit einer Software, dem “factfox”.

Sie hilft uns, die Fakten im Internet besser zu verbreiten.

In verschiedenen Onlineshops werden Schnelltests für Covid-19 angeboten.

Sie kosten um die 30 Euro und sollen innerhalb von 15 Minuten anzeigen, ob man mit dem Coronavirus infiziert ist oder war.

Doch Experten warnen vor den Tests.

Es gibt zwei Arten von Schnelltests: Antikörper- und Antigentests.

Beide können eine wichtige Rolle in der Corona-Pandemie spielen, weil sie dazu beitragen könnten, schneller zu klären, wie groß der Teil der Bevölkerung ist, der sich unbemerkt schon mit dem neuartigen Coronavirus, also SARS-Cov-2, infiziert hat.

💡 Was macht der #Faktenfuchs?

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Von diesen normalen Erkältungs-Coronaviren gibt es immerhin vier verschiedene.

Wenn jemand also gerade einen harmlosen Schnupfen hatte und deshalb viele Antikörper gegen eines dieser vier normalen Erkältungs-Coronaviren in seinem Blut hat, kann es sein, dass so ein Schnelltest anzeigt, dass er Antikörper gegen SARS-CoV-2-Viren gefunden hat.

Obwohl keine Infektion oder Covid-19-Erkrankung vorliegt.

Problem: Falsch positive Ergebnisse

Problem: Negatives Testergebnis trotz Infektion

Problem: Selbstzertifizierung oder gefälschte Zertifizierungen

Der Virologe Christian Drosten etwa weist in einer Folge seines täglichen Podcasts auf eine grundsätzliche Schwäche von Antikörpertests hin.

Fast alle hätten das Problem der Kreuzreaktion.

“Sie machen falsch positive Signale, wenn jemand gerade eine Infektion mit einem der normalen Erkältungs-Coronaviren hinter sich hat”, so Christian Drosten.

Das Problem: Wenn der Schnelltest gleich am Anfang einer Infektion eingesetzt wird, kann er keine zuverlässigen Ergebnisse liefern.

Er könnte also noch negativ ausfallen, die Person aber bereits hoch infektiös sein und im PCR-Test (momentan der Standardtest zum Nachweis von SARS-CoV-2) positiv getestet werden.

In verschiedenen Onlineshops werden Schnelltests für Covid-19 angeboten.

Sie kosten um die 30 Euro und sollen innerhalb von 15 Minuten anzeigen, ob man mit dem Coronavirus infiziert ist oder war.

Doch Experten warnen vor den Tests.

Diese Einschätzung teilt die Kassenärztliche Bundesvereinigung.

Und auch der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore in Deutschland und der Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie betonen in einer gemeinsamen Pressemitteilung: “Antikörper sind bei Virusinfektionen wie mit dem SARS-CoV-2 meist frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen.

Außerdem können die Antikörper-Schnelltests nicht erkennen, ob eine Person gerade das Virus in sich trägt und andere anstecken kann.

Das Bundesgesundheitsministerium warnt daher vor solchen Antikörper-Schnelltests.

Es bestehe ein “nicht geringes Risiko, dass der Schnelltest ein negatives Resultat zeigt, die getestete Person jedoch bereits hochinfektiös ist und sich in falscher Sicherheit wiegt”, teilte es auf Anfrage von NDR, WDR und “SZ” mit.

Auf ein weiteres Problem verweist das Paul-Ehrlich-Institut – das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.

Viele der online verfügbaren Antikörper-Schnelltests werden lediglich von den Herstellern selbst zertifiziert.

Daher sei nicht immer gesichert, dass die Schnelltests valide sind.

Außerdem gebe es im Moment keine allgemein anerkannten, definierten Qualitätsstandards dafür, so das Paul-Ehrlich-Institut.

Ein Schnelltest müsse daher immer durch den viel aufwendigeren PCR-Test bestätigt werden, so Dr.

Daniela Huzly vom Bundesverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie.

Grund ist die Übergangsfrist einer EU-Verordnung, unter die solche Antikörper-Schnelltests fallen.

Demzufolge können sich Hersteller bis zum Mai 2022 selbst zertifizieren.

Erst danach müssen solche Tests von einer unabhängigen Stelle zertifiziert werden.

Zudem gibt es laut Paul-Ehrlich-Institut Hersteller, die nachweislich Zertifikate fälschen.

#Faktenfuchs: Corona-Schnelltests – Sicher oder Geldmache?

Ein Vertreiber eines Covid-19-Schnelltests etwa hatte zum Beispiel bis 08.

April auf seiner Webseite damit geworben, sein Test sei TÜV Rheinland zertifiziert.

Tags drauf war dieser Hinweis von der Webseite verschwunden.

Auf Nachfrage sagt der TÜV Rheinland dazu, dass er bisher keinen Corona-Schnelltest zertifiziert habe und derzeit auch kein solcher Schnelltest in Zertifizierung sei.

Wer Symptome hat, sollte daheim bleiben, die entsprechenden Stellen informieren, sich gegebenenfalls testen lassen.

Wer keine Symptome hat, sollte sich an die Ausgangsbeschränkung halten.

Vor Ansteckung könnte man andere Menschen schützen, wenn man selbst einen Mundschutz trägt.

Corona-Antikörper-Schnelltests, wie man sie online bestellen kann, eignen sich nicht für Privatpersonen.

Damit lässt sich weder sicher eine aktuelle Covid-19-Erkrankung feststellen, noch ausschließen, dass in der Vergangenheit eine Corona-Infektion vorlag.

FAZIT:

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