Geisterspiele in der Bundesliga – Sport im Bann des Coronavirus

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München – Die Coronavirus-Epidemie beeinträchtigt in den nächsten Wochen Teile des Profi-Sports in Deutschland und Europa.

Am Mittwoch wird das rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach zum ersten “Geisterspiel” ohne Zuschauer in der ersten Fußball-Bundesliga, am Wochenende können mindestens drei Spiele nur vor leeren Tribünen stattfinden. Der Hintergrund: Die lokalen Behörden haben Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern verboten, darunter das Ruhrderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04, das normalerweise 80.000 Fans anzieht.

Bayern untersagte alle öffentlichen Veranstaltungen bis zum 19. April. “Es gibt keine Ausnahme”, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag in München. Bis dahin sind allein fünf der restlichen neun Bundesliga-Spieltage angesetzt.

Die Behörden folgen mit den Verboten einer Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, der so die Ausbreitung der Virusgrippe verlangsamen will. In den Bundesländern gibt es aber keine einheitlichen Regelungen. Das Freundschafts-Länderspiel gegen Italien am 31. März in Nürnberg dürfte damit ebenfalls vor leeren Rängen ausgetragen werden – wenn überhaupt. Italien hat den Sportbetrieb bis zum 3. April eingestellt, die Ligaspiele finden nicht statt. Die spanische “La Liga” und die zweite Liga spielen zumindest für die kommenden zwei Wochen ohne Zuschauer. Danach sind europaweit Länderspiele angesetzt, darunter die letzten Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft in Juni und Juli. Die Slowakei spielt dann gegen Irland in einem leeren Stadion.

Auch zahlreiche Spiele der Champions League und der Europa League in dieser Woche, darunter die Heimspiele des FC Bayern gegen Chelsea und des VfL Wolfsburg gegen Donezk finden ohne Zuschauer statt.

“Das ist keine Spielverderberei, es geht um Leben und Tod der Zuschauerinnen und Zuschauer”, begründete der Dortmunder Oberbürgermeister Ulrich Sierau das “Geisterspiel” gegen Schalke. Das Verbot sportlicher und anderer Großveranstaltungen in Bayern trifft auch sieben Fußball-Zweit- und Drittligisten sowie zuschauerträchtige Mannschaftssportarten wie Eishockey, Basketball und Handball. Für sie sind die Eintrittsgelder viel wichtiger als im Erstliga-Fußball, der überwiegend von den TV-Rechten lebt. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat deshalb eine Verschiebung ganzer Spieltage zumindest in der 2. Liga erwogen. Dort ist der Termindruck nicht so groß wie in der Bundesliga, weil die Mannschaften wochentags nicht auf europäischer Ebene antreten müssen.

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In der Dritten Liga machen Zuschauereinnahmen nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Schnitt gut ein Fünftel der jährlichen Einnahmen der Vereine aus. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), nach Zuschauerzahlen die Nummer zwei in Deutschland, droht ein Abbruch der Saison, die mit den “Play-offs” um die Meisterschaft gerade auf den Höhepunkt zusteuert. Ohne Zuschauer drohen die Vereine auf den Kosten für den Spielbetrieb sitzenzubleiben.

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