Griechenland und Bulgarien verstärken die Grenzen gegen Flüchtlinge aus Syrien

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Athen/Sofia – Griechenland und Bulgarien verstärken wegen eines erwarteten Andrangs von Flüchtlingen ihren Grenzen zur Türkei.

Die bulgarische Regierung erklärte am Freitag, die Aussicht auf eine neue Migrationskrise sei umso mehr eine Bedrohung, wenn man bedenke, dass Europa gerade versuche, die Coronavirus-Epidemie einzudämmen. Verteidigungsminister Krasimir Karakatschanow teilte mit, sein Land sei bereit, bis zu 1000 Soldaten und militärische Ausrüstung an die Grenze zu verlegen. Griechenland verschärfte seine Grenzkontrollen. Die beiden EU-Mitglieder reagierte damit auf Ankündigungen aus der Türkei, Migranten nicht mehr daran zu hindern, in die EU zu gelangen.

Die Türkei rechnet angesichts der militärischen Eskalation im Nordwesten Syriens mit zahlreichen weiteren Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland, sieht sich aber nicht in der Lage, noch mehr Menschen auszunehmen. Sie bietet bereits 3,7 Millionen Migranten Zuflucht. Ein türkischer Regierungsvertreter hatte nach der Tötung von 33 türkischen Soldaten in der umkämpften syrischen Provinz Idlib am Donnerstag gesagt, alle Flüchtlinge dürften ab sofort die Grenzen zur EU überqueren. Innerhalb weniger Stunden machten sich daraufhin Dutzende Migranten in der Türkei zu Fuß oder in Taxis zu den Grenzen auf.

Die EU und das UN-Flüchtlingshilfswerk betonten, Ankara habe bislang keine offizielle Änderung seiner Asyl- und Flüchtlingspolitik bekanntgegeben. Ein 2016 geschlossener Pakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass Migranten, die die Ägäis überqueren, zurück in die Türkei geschickt werden. Im Gegenzug zahlt die EU der Türkei Hilfsgelder in Milliardenhöhe. Der Pakt war geschlossen worden, nachdem 2015 Hunderttausende Flüchtlinge in die EU gekommen waren.

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