Großbritannien stellt Forderungen vor Handelsgesprächen mit den USA

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London – Die guten Beziehungen Großbritanniens zu den USA dürften in den anstehenden Handelsgesprächen auf die Probe gestellt werden.

Premierminister Boris Johnson sagte am Montag, es gehe darum, deutliche Vorteile für die britische Industrie zu bekommen. Handelsministerin Liz Truss drohte mit einem Abbruch der Verhandlungen, sollten die britischen Forderungen nicht erfüllt werden. Beide Seiten hoffen noch in diesem Jahr auf ein Abkommen.

Allerdings zeichnen sich bereits viele Streitpunkte ab. Großbritannien will beispielsweise das Gesundheitssystem “nicht zum Verkauf stellen”. Es wird befürchtet, dass sich dort US-Konzerne breitmachen. Außerdem will die Regierung in London ihre Standards im Lebensmittelbereich nicht lockern. Die USA stören sich ihrerseits an der geplanten Digitalsteuer auf der Insel, die amerikanische Platzhirsche wie Facebook, Amazon und Google hart treffen würde. Außerdem kritisiert US-Präsident Donald Trump, dass Großbritannien Huawei beim Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G eine begrenzte Rolle einräumt. Trump fordert den Ausschluss des chinesischen Netzwerkausrüsters.

Großbritannien hat Ende Januar formal die Europäische Union verlassen und will nun im Jahresverlauf die künftigen Beziehungen zur EU klären, wozu auch ein Handelsabkommen gehören soll. Die Verhandlungen dazu sollten am Montag in Brüssel starten. Fortschritte in den Gesprächen mit den USA könnten dabei den Druck auf die EU erhöhen. Die Regierung in London rechnet damit, dass eine Einigung mit den USA den Handel beider Staaten innerhalb von 15 Jahren um 15,3 Milliarden Pfund erhöhen würde. Das würde die britische Wirtschaft um 0,16 Prozent vergrößern. Kritiker bemängeln, dass dies die Brexit-Nachteile nicht ausgleichen kann.

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