Hongkongs Währungshüter folgen der US-Zentralbank und senken den Leitzinssatz

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Hongkong – Nach der überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) wegen der Coronavirus-Epidemie haben die Währungshüter in Hongkong nachgezogen.

Der Leitzins werde von 2,0 auf 1,5 Prozent zurückgenommen, teilte die Hongkong Monetary Authority (HKMA) am Mittwoch mit. “Die Entwicklung der Epidemie ist immer noch sehr unsicher, es wird weiterhin eine sehr große Volatilität auf den Finanzmärkten geben”, betonte die Behörde. “Die Anleger müssen ihr Risiko richtig managen.” Hongkongs Geldpolitik bewegt sich im Gleichschritt mit der amerikanischen. Grund dafür ist, dass die Währung der chinesischen Sonderverwaltungszone in einer engen Spanne von 7,75 bis 7,85 an den Dollar gekoppelt ist.

Die US-Notenbank hatte am Dienstag überraschend ihren Leitzins um einen halben Punkt gesenkt, und zwar auf 1,0 bis 1,25 Prozent. Der Schritt wurde mit den Risiken für die US-Wirtschaft begründet, die sich mit der Ausbreitung des Coronavirus verbinden.

Hongkongs Wirtschaft steckt seit dem Sommerquartal 2019 erstmals seit einem Jahrzehnt in der Rezession. Neben dem Handelskonflikt zwischen China und den USA trugen dazu die Massenproteste in Hongkong bei. Verschärft hat sich Krise durch die Ausbreitung des Coronavirus, wodurch etwa Touristen vom Festland ausbleiben. Die Regierung greift deshalb zu ungewöhnlichen Mitteln: Jeder Einwohner über 18 Jahren bekommt 10.000 Hongkong-Dollar (umgerechnet 1181 Euro) ausgezahlt. Zusammen mit Steuernachlässen für Unternehmen und weiteren Subventionen soll so die Konjunktur angekurbelt werden. Dafür nimmt die Regierung das erste Haushaltsdefizit seit 15 Jahren in Kauf.

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