Ifo: Corona setzt Wirtschaft noch stärker zu als befürchtet – Top Meldungen

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Die vorläufigen Zahlen hatten es schon angedeutet: die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist ziemlich schlecht. Heute nun gab es endgültige Zahlen zum Geschäftsklima vom Ifo-Institut, die zeigen, es sieht noch düsterer aus als zunächst gedacht.

Die Sorge vor einer Rezession ist in den deutschen Chefetagen noch größer als gedacht. Das zeigen die endgültigen Zahlen des Ifo-Geschäftsklimaindex. Demnach ist das Stimmungsbarometer der Münchner Wirtschaftsforscher im März, im Vergleich zum Vormonat, um fast zehn Punkte eingebrochen: von 96 auf 86,1 Zähler. Das liegt noch unter den vorläufigen Zahlen, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden und ist der niedrigste Wert seit August 2009.

Die deutsche Wirtschaft stehe unter Schock, meinte dazu Ifo-Präsident Clemens Fuest. Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen haben sich demzufolge verdüstert wie nie zuvor. Aber auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage seien deutlich gefallen.

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Die gesamte deutsche Wirtschaft leidet unter der Coronakrise. Vieles stehe still. Es gibt nur wenige Ausnahmen, so ist das Geschäftsklima im Lebensmittelhandel und bei den Drogeriemärkten gestiegen. Im Bauhauptgewerbe ist der Index vergleichsweise moderat gesunken. Die Bauunternehmen seien gegenwärtig mit ihrer aktuellen Lage noch sehr zufrieden. Der Ausblick habe sich jedoch auch hier deutlich verschlechtert.

Die Münchner Wirtschaftsforscher rechnen damit, dass es mindestens zwei Quartale lang eine schwere Rezession geben wird. Schätzungen des Ifo-Instituts zeigen, dass das Bruttoinlandsprodukt zwischen fünf und knapp 21 Prozent einbrechen kann, je nach Länge des “Shutdowns”. Fuest meinte dazu im BR, man müsse aufpassen, minus 21 Prozent sei das allerschlechteste von 18 Szenarien, die man vorgestellt habe.

“Wir hoffen natürlich nicht, dass es zu diesem Szenario kommt, dazu müssten wir die Wirtschaft drei Monate herunterfahren und dann sehr langsam wieder hochfahren.” Das könne man nicht ausschließen, aber das sei eben keine Prognose, sondern ein Worst-Case-Szenario. Heute eine Prognose abzugeben sei sehr schwierig, fügt Fuest hinzu.

Für die meisten Volkswirte kommt der Absturz des Ifo-Index nicht überraschend. Der März sei eine Katastrophe gewesen, der April sei bisher vor allem eine Drohung, frühestens der Mai könnte wieder ein Versprechen werden, heißt es bei der LBBW. Aber letztlich hänge alles vom Erfolg der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus ab. Und beim Bankhaus Lampe meint man, das Rezessionssignal sei laut und untermauere die Angst vor einem heftigen Konjunkturabsturz.

Eine klare Haltung hat der Ifo-Präsident in der Debatte, die US-Präsident Donald Trump mit seinen Äußerungen angestoßen hat. Trump will die derzeit darniederliegende US-Wirtschaft wieder schnell in Gang bringen und zwar schon zu Ostern. Man müsse wieder an die Arbeit, viel früher als die Leute gedacht hätten. Wenn zehntausende Amerikaner an Grippe oder bei Verkehrsunfällen stürben, werde das Land auch nicht abgeschaltet, so der US-Präsident.

Fuest dagegen hält eine Debatte für schädlich, die Wirtschaft und Gesundheit gegeneinander ausspielt. Man müsste es hinbekommen, die Gesundheit zu schützen, die Epidemie einzudämmen und den Schaden für die Wirtschaft zu begrenzen: “Für mich geht Gesundheit geht vor”.

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Fuest: “Gesundheit geht vor”

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