IWF sieht in Corona-Krise Notenbanken in der Pflicht – “Können schnell handeln”

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Berlin/Washington – Der Internationale Währungsfonds sieht in der Corona-Krise die Notenbanken in der Pflicht.

Sie müssten ihre Rolle spielen, sagte IWF-Finanzexperte Tobias Adrian am Mittwoch. “Zentralbanken können schnell handeln und die Verschärfung der Finanzierungsbedingungen lindern, in dem sie Liquidität injizieren und Zinsen senken – und so eine mögliche Kreditklemme verhindern.” Je stärker sich die Notenbanken abstimmten, desto effektiver seien die Maßnahmen. “Deshalb muss eine globale Koordinierung zur Abstimmung der Geldpolitik oben auf der Agenda stehen.” Oberstes Ziel müsse es sein, ausreichend Liquidität im Finanzsystem zu haben. Hier müssten Zentralbanken womöglich mit Notfallmitteln einspringen.

Die Geschäftsbanken sind Adrian zufolge widerstandsfähiger als in der globalen Finanzkrise von 2008 – dank größerer Kapital- und Liquiditätspuffer. “Das heißt, dass die Risiken für die Finanzstabilität durch den Bankensektor viel niedriger sind.” Die Aufsichtsbehörden sollten die Lage der Banken trotzdem sehr genau beobachten. Es könnte hilfreich sein, wenn die Kreditbedingungen von besonders stark betroffenen Schuldnern neu ausgehandelt werden.

Die Bank von England hatte am Mittwoch den Leitzins um einen halben Punkt auf jetzt 0,25 Prozent gesenkt. Vergangene Woche hatte bereits die US-Notenbank Fed ihren Schlüsselsatz deutlich reduziert. Damit steigt der Druck auf die Europäische Zentralbank, eine Antwort auf die Krise zu geben. Sie tagt am Donnerstag. Experten erwarten unter anderem, dass die EZB neue günstige Geldspritzen für Banken beschließt. Damit soll die Kreditvergabe an kleinere und mittlere Unternehmen angeschoben werden.

Laut IWF sind von der gestiegenen Unsicherheit im Zuge der Corona-Krise vor allem viele Anleihemärkte in Schwellenländern hart getroffen worden. Unternehmen kommen am Finanzmarkt schwieriger an Geld und verschieben auch deswegen wichtige Investitionen.

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