Leben in Klausur, leben in Quarantäne – Lernen von den Mönchen – Top Meldungen

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Ausgangsbeschränkungen, Quarantäne – Mönche würden sagen: In Zeiten von Corona leben wir in Klausur. Wie lässt sich diese erzwungene Klausur vernünftig leben? Der Benediktinermönch und Bestsellerautor Anselm Grün hat ein Buch darüber geschrieben.

“Quarantäne: eine Gebrauchsanweisung” – der Titel des beim Herder-Verlag erschienen E-Books ist Programm: Pater Anselm Grün möchte seinen Lesern etwas von der Lebensrealität der Mönche mitgeben, um die aktuelle Situation in Zeiten von Corona besser durchzuhalten.

“Wir Mönche sind ja gewohnt, in unserer Zelle zu bleiben, wir haben gelernt einsam zu sein, und das ist sicher auch eine Hilfe für die Menschen draußen”, sagt Pater Anselm Grün. Aktuell fänden sich die Menschen “da draußen” in einer ähnlichen Situation wieder – wenn auch unfreiwillig. Und das Wichtigste ist nach den Worten des Paters, den Tag zu gestalten, ihn zu strukturieren. Zu wissen, wann man aufsteht.

Rituale und ein Rhythmus gehören für den Benediktinermönch unbedingt dazu. Im Kloster sind viele Rituale vorgegeben, fünf Mal am Tag wird gebetet und zwar in Gemeinschaft. Der Pater hat aber auch persönliche Rituale entwickelt, etwa Segensrituale, die jeder für sich allein am Morgen praktizieren kann: “Dass ich im Bad die Hände ausstrecke und alle Familienmitglieder segne, dann werde ich anders auf den Tag zugehen als mit allen möglichen Reibereien”.

Wenn einem die Decke zu Hause auf den Kopf fällt, ist es auch wichtig, innerhalb der Wohnung eine Art Herrgottswinkel, einen Rückzugsraum zu haben, sagt der Bestseller-Autor Anselm Grün, einen heiligen Raum. “Wo ich geborgen bin, auch wenn ich nicht raus kann, wo ich weiß, da bin ich geschützt, da stört mich niemand.”

Eine kleine Mönchszelle eben – wenn man denn dazu bereit ist, sich mal zu besinnen – im Gebet oder beim Yoga oder der Meditation. Fragt sich nur: Wie lange kann man das durchhalten – leben wie die Mönche, unfreiwillig, per Allgemeinverfügung verordnet?

Dennoch warnt der Benediktinermönch davor, die Corona-Krise zu bagatellisieren oder spirituell zu überhöhen. Es sich gemütlich machen, lässt sich schwer verordnen, und die Pandemie in eine allgemeine Fastenzeit umzudeuten sei schwierig. Aber Mönche kennen sich eben aus mit Zusammenleben auf engem Raum, so Anselm Grün. Uns Klosternovizen auf Zeit hofft er deshalb Impulse aus seiner Tradition geben zu können. Denn: “Es wird ein Ende der Quarantäne geben, das sollten wir uns immer wieder sagen.”

Das Wichtigste: Routinen, die den Tag strukturieren

Die Bedeutung von Ritualen

Möglichkeiten des Rückzugs sind wichtig

Die Chance: Sich selbst kennenlernen und aushalten

Anregungen für die Quarantäne – keine Dauerlösung

Leben in Klausur, leben in Quarantäne – Lernen von den Mönchen

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