Meldung: Riesen-Kader-Umbruch beim 1. FC Magdeburg nach Abstieg in 3. Liga!

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Magdeburg – Alles neu beim 1. FC Magdeburg? Nicht ganz, aber fast. Ein Großteil des Zweitliga-Kaders hat sich verabschiedet. 17 Spieler haben bzw. werden den Verein verlassen. Dafür kommen vier spannende Talente und zwei erfahrene Kicker zum FCM. Außerdem rücken drei Nachwuchskicker zu den Profis auf und eine Leihgabe kehrt zurück.

Routinier Jürgen Gjasula (r.) wird den 1. FC Magdeburg zur kommenden Saison verstärken. (Archivbild)
Routinier Jürgen Gjasula (r.) wird den 1. FC Magdeburg zur kommenden Saison verstärken. (Archivbild)

Der bekannteste Neuzugang ist wohl Jürgen Gjasula (33). Der zweifache albanische Nationalspieler, der auch schon in der Champions League im Camp Nou für den FC Basel gegen den FC Barcelona auflief, wechselt von Drittliga-Absteiger FC Energie Cottbus nach Magdeburg.

Er soll der Mannschaft von seiner Position im zentralen Mittelfeld aus mit seiner Erfahrung von fast 400 Profi-Spielen Halt geben und wird neben Stoßstürmer Christian Beck wohl der verlängerte Arm vom neuen Trainer Stefan Krämer sein.

Als erfahrenen Rechtsverteidiger verpflichteten die Blau-Weißen Dominik Ernst. Der kommt ebenfalls von einem Drittliga-Absteiger, aber nicht von Cottbus, sondern vom SC Fortuna Köln, für den er 66 Partien in der 3. Liga absolvierte.

Besonders viel Spannung bringen die Talente ins Spiel.

Hier ist vor allem der umworbene Sirlord Conteh (22) zu nennen, der in der abgelaufenen Saison die zweite Mannschaft des FC St. Pauli in einer Vielzahl der Spiele als Kapitän aufs Feld führte und mit Leistung voranging: Der technisch versierte, pfeilschnelle Rechtsaußen erzielte in 28 Spielen elf Tore und bereitete sieben weitere Treffer direkt vor.

Mit dieser Quote war er der mit Abstand beste Scorer seiner Mannschaft und hatte großen Anteil am Klassenerhalt der jungen Kiezkicker in der Regionalliga Nord. Wenn er seine Fähigkeiten auch unter Krämer abrufen kann, dürfte er eine echte Verstärkung für die FCM-Offensive sein.

Anthony Roczen blühte bei Hertha BSC II in der Rückrunde auf, erzielte in dreizehn Spielen elf Tore und bereitete weitere drei Treffer direkt vor.
Anthony Roczen blühte bei Hertha BSC II in der Rückrunde auf, erzielte in dreizehn Spielen elf Tore und bereitete weitere drei Treffer direkt vor.

Für den Mittelsturm holten die Magdeburger Anthony Roczen von Hertha BSC II für den abgewanderten Felix Lohkemper (1. FC Nürnberg).

Der 1,93 Meter große Angreifer blühte dort in der vergangenen Rückrunde auf, traf in dreizehn Spielen beeindruckende elf Mal und bereitete außerdem noch drei weitere Tore direkt vor – was für eine Quote, was für eine Leistungsexplosion des 19-Jährigen!

Der gebürtige Berliner lernte allerdings auch schon die Schattenseiten des Fußballs kennen. Denn in Herthas späterer U19-Meistermannschaft war 2017/18 bis auf drei Kurzeinsätze zu Saisonbeginn kein Platz mehr für ihn.

Also wurde er an die U19 des 1. FC Union Berlin abgegeben, wo er überzeugte, weshalb Hertha ihn im Sommer als Verstärkung für die U23 zurückholte.

Dort kam er unter Trainer Ante Covic aber erst in der Rückrunde wirklich zum Zuge, zeigte starke Leistungen, weil er gelernt hatte, seinen wuchtigen Körper besser einzusetzen, seinen Torinstinkt endlich mal konstanter zu zeigen und auch seine Technik und Geschwindigkeit auszuspielen.

Wenn er diese Form auch beim FCM zeigen kann, ist er definitiv eine Verstärkung für die Magdeburger. Er und Beck zusammen dürften vielen Abwehrreihen Kopfzerbrechen bereiten.

Der Kapitän bleibt an Bord: Christian Beck wird auch in der kommenden Saison für Magdeburg auf Torejagd gehen.
Der Kapitän bleibt an Bord: Christian Beck wird auch in der kommenden Saison für Magdeburg auf Torejagd gehen.

Sein direkter Konkurrent wird Leon Bell Bell (22) sein, der vom 1. FSV Mainz 05 II geholt wurde. Er gilt als großes Talent, dessen Torquote allerdings noch zu wünschen übrig lässt.

Vergangene Saison traf er lediglich vier Mal (und legte vier Tore auf) in 29 Spielen. Er ist aufgrund seiner Körpergröße (1,80 Meter) aber ein anderer Stürmertyp als Beck und Roczen und könnte der Mannschaft somit in gewissen Spielsituationen helfen.

Außerdem wurde mit Brian Koglin (22/Innenverteidigung) ein weiteres Talent von St. Pauli geholt, der auch schon sechs Mal in der 2. Bundesliga zum Einsatz kam und nun beim FCM den Schritt zum Stammspieler wagen will.

Dazu werden aus der eigenen Jugend Marvin Temp (18, Mittelsturm), Anton Kanther (18, Innenverteidigung) und Pascal Schmedemann (19, Linksverteidiger) hochgezogen.

Zusätzlich kehrt Philipp Harant nach seiner Leihe zum VfB Germania Halberstadt zurück zu den Blau-Weißen, während sein Leih-Kumpane Leon Heynke den Verein verlassen wird.

Philip Türpitz (l.) ist einer von 17 bereits feststehenden Abgängen des 1. FC Magdeburg. Marius Bülter wird von den Erstliga-Aufsteigern 1. FC Union Berlin und SC Paderborn 07 gejagt, steht beim FCM aber noch unter Vertrag.
Philip Türpitz (l.) ist einer von 17 bereits feststehenden Abgängen des 1. FC Magdeburg. Marius Bülter wird von den Erstliga-Aufsteigern 1. FC Union Berlin und SC Paderborn 07 gejagt, steht beim FCM aber noch unter Vertrag.

Das gilt auch für Philip Türpitz (SV Sandhausen), Michel Niemeyer (SV Wehen Wiesbaden), Nils Butzen (FC Hansa Rostock), Christopher Handke (FSV Zwickau), Steffen Schäfer (VVV-Venlo), Giorgi Loria (Anorthosis Famagusta), Nico Hammann (FC Carl Zeiss Jena), Richard Weil (Kickers Offenbach), Romain Bregerie (nach Leihe zurück zum FC Ingolstadt 04), Jan Kirchhoff, Aleksandar Ignjovski, Steven Lewerenz, Joel Abu Hanna, Dennis Erdmann und Mario Seidel (alle Ziel unbekannt), die Magdeburg verlassen haben. Zusammengenommen sind das also 17 Abgänge.

Neben den Neuzugängen stehen noch Alexander Brunst, Tobias Müller, Björn Rother, Timo Perthel, Marcel Costly, Rico Preißinger, Charles Elie Laprevotte, Tarek Chahed, Manfed Osei Kwadwo und Marius Bülter unter Vertrag.

Letzterer wird laut der “Bild” allerdings von den Erstliga-Aufsteigern 1. FC Union Berlin und SC Paderborn 07 umworben. Doch Magdeburg weiß um den Wert des Top-Talents und ist dem Vernehmen nach erst ab einer Million Euro Ablösesumme gesprächsbereit.

Da der Kader des FCM aktuell besonders auf der Torwartposition und in der Defensive noch ziemlich dünn besetzt ist, sind weitere Neuzugänge in den kommenden Wochen wahrscheinlich. Doch mit aktuell 22 Spielern ist der Kern der neuformierten Mannschaft schon vor dem Trainingsstart beisammen.

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