Merck will am Pigmentgeschäft festhalten

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Frankfurt – Merck steht trotz einer Schwächephase zu seinem Pigmentgeschäft.

Dieses gehe zwar im Augenblick durch eine schwierige Situation hindurch, da es stark von der Autokonjunktur abhängig sei, sagte Merck-Chef Stefan Oschmann am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Es gebe aber keine Pläne, dieses Geschäft zu veräußern. “Ganz im Gegenteil, wir wollen es revitalisieren.” Ende vergangenen Jahres hatte es Spekulationen gegeben, dass Merck das Geschäft auf den Prüfstand stellt. Die Nachrichtenagentur “Bloomberg” hatte berichtet, der Konzern erwäge einen Verkauf der Einheit, die bis zu 1,5 Milliarden Euro wert sein könnte. Das Management habe sich mit Finanzberatern und potenziellen Bietern getroffen, um das Interesse an dem Geschäftsfeld Pigmente, die unter anderem Autolacken den Perlglanzeffekt verleihen, auszuloten.

Wegen der Coronavirus-Epidemie gibt es nach Einschätzung Oschmanns gegenwärtig keinen Anlass zur Besorgnis hinsichtlich möglicher Lieferengpässe bei Wirkstoffen für Medikamente. “Wir sind eine der Firmen, die Wirkstoffe auch noch selbst herstellt, mehr als der Durchschnitt in der Industrie.” So werde etwa der Wirkstoff für das Diabetesmittel Glucophage – mit Erlösen von 877 Millionen Euro das zweitumsatzstärkste Medikament von Merck im vergangenen Jahr – in Europa hergestellt. Zudem seien viele der neuen Produkte von Merck Biopharmazeutika, die Herstellung dieser Wirkstoffe erfolge in der Schweiz und Spanien. “Da ist China mehr auf uns angewiesen als umgekehrt.”

Experten hatten angesichts des Virus-Epidemie, die ihren Ursprung in der Volksrepublik hat, wiederholt die starke Abhängigkeit von Medikamentenwirkstoffen aus China kritisiert.

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