Mittelfränkische Unternehmen im Kampf gegen Corona-Krise – Top Meldungen

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Viele Unternehmen sehen sich im Kampf gegen die Corona-Krise zu drastischen Maßnahmen gezwungen – auch in Mittelfranken. Kurzarbeit, Betriebseinstellungen, Gehaltsverzicht – die Strategien sind sehr unterschiedlich.

Der Vorstand der Schaeffler AG mit Sitz in Herzogenaurach reagiert auf die Corona-Krise und hat seine Prognose für das aktuelle Jahr ausgesetzt. Es sei derzeit nicht abschätzbar, wie die Krise ablaufe und welche wirtschaftlichen Auswirkungen sie habe, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Im Mittelpunkt stünde für das Unternehmen der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter, der Erhalt der Lieferketten und die Kundenunterstützung. Der Auto- und Industrie-Zulieferer hatte bereits am 19. März gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern ein Maßnahmenpaket zur Bewältigung der Krise beschlossen. Darin geht es um neue Regelungen zur Kurzarbeit, um Schließtage, den Abbau der Gleitzeitkonten und um Betriebsferien. Eine neue Prognose will Schaeffler abgeben, sobald es dem Unternehmen möglich ist.

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Auch der Sportartikel-Hersteller Puma mit Sitz in Herzogenaurach reagiert auf die Corona-Krise mit Kurzarbeit. Für rund 1.400 Mitarbeiter in Deutschland sei für die kommenden drei Wochen Kurzarbeit angemeldet, sagte eine Puma-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach soll die Belegschaft nur die Hälfte ihrer Arbeitszeit leisten, mit Hilfe der Arbeitsagentur aber den vollen Lohn bekommen. Fast alle Läden, die der Konzern in fast allen Erdteilen betreibe, seien geschlossen worden.

Der Vorstand um Puma-Chef Björn Gulden werde “angesichts dieses drastischen Umsatzrückgangs” für den Monat April auf sein Gehalt verzichten – das dürften insgesamt etwa 170.000 Euro sein. Die zweite Führungsebene verzichtet auf ein Viertel des April-Gehalts. Puma hatte – wie auch Adidas – bereits im Februar unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten. Als in China die meisten Sportgeschäfte schließen mussten, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Vor zwei Wochen zog Puma auch die Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr zurück.

Der Nürnberger Automobilzulieferer Leoni fährt seine Produktion weitestgehend zurück. Bordnetz-Werke in Europa, Nordafrika und Südamerika seien bereits geschlossen worden. “Der Vorstand hat vor dem Hintergrund der erwarteten Belastungen heute eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um den Fortbestand des Geschäftsbetriebes zu sichern”, heißt es in einer Pressemitteilung vom 23. März 2020. Die Maßnahmen würden nach jetzigem Stand bis zu vier Wochen, möglicherweise auch länger andauern.

Für Mitarbeiter der Verwaltung und der Produktion in Deutschland werde zudem weitestgehend Kurzarbeit beantragt. Vorstand und Arbeitnehmervertretung haben demnach eine Vereinbarung getroffen, die es “erlaubt, die Produktion in Deutschland kontrolliert herunterzufahren und dabei das Einkommen der Mitarbeiter abzusichern.” Es werde neben dem Kurzarbeitergeld eine Aufstockung des Gehalts von Leoni geben, sagte ein Unternehmenssprecher. Zudem werde Leoni weitere finanzielle Unterstützung der deutschen Regierung beantragen. In Deutschland sind 4.700 Leoni-Mitarbeiter mehr oder weniger von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen.

Das Bosch-Werk in Ansbach wird ab Mittwoch (25.3.20) größtenteils schließen. Das teilte eine Unternehmenssprecherin dem Bayerischen Rundfunk auf Anfrage mit. Grund für die Schließung sei die sinkende Nachfrage nach Fahrzeugen in Europa und die damit einhergehenden Produktionsstopps der Automobilhersteller, heißt es. Von der Schließung betroffen sind rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standorts in Ansbach. Ein Fertigungsbereich werde die Arbeit mit rund zehn Prozent der Belegschaft im Dreischichtbetrieb jedoch noch weiterführen, so die Sprecherin.

Auch eine Rufbereitschaft wurde von Seiten des Unternehmens eingerichtet, alles andere auf ein Minimum reduziert. Die Schließung werde bis 3. April durch Gleitzeit und Urlaub abgefedert. Danach müsse geprüft werden, ob Kurzarbeit angemeldet werde, so die Sprecherin weiter. Im Ansbacher Bosch-Werk wird alles rund um den Bereich Automobilität gefertigt. Dazu gehören elektrische Steuergeräte für Airbags, Antiblockier-Systeme (ABS), elektronische Stabilitätsprogramme (ESP), aber auch elektrische Lenkung sowie Sensoren für Abgasmessungen.

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Schaeffler AG setzt Prognose aus

Kurzarbeit und Gehaltsverzicht bei Puma

Vorstand verzichtet auf Gehalt

Automobilzulieferer Leoni schließt Werke und beantragt Kurzarbeit

Gehalt wird aufgestockt

Teil-Schließung bei Bosch-Werk in Ansbach

Rufbereitschaft

Mittelfränkische Unternehmen im Kampf gegen Corona-Krise

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