Nürnberger Filmverleih bringt Programmkino nach Hause – Top Meldungen

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Geschlossene Museen, Theater und Kinos – die Corona-Pandemie bringt das kulturelle Leben bundesweit zum Erliegen. Um gerade kleine Programmkinos zu unterstützen, hat ein Nürnberger Filmverleih sich etwas überlegt.

Im Büro des Filmverleihs “Grandfilm” in der Nürnberger Südstadt wirkt es momentan geradezu ausgestorben. Sechs Mitarbeiter hat Geschäftsführer Patrick Horn. Doch für die gibt es momentan keine Arbeit. Das Geschäft mit den Kinofilmen ist zum Stillstand gekommen. “Für uns ist tatsächlich das Geschäft von einem Tag auf den anderen komplett weggebrochen. Alle Kinos haben zu, wir haben aktuell als Verleih eigentlich nichts zu tun”, erzählt er. Einen Ausweg aus der Krise weiß auch er nicht. Allerdings möchte Patrick Horn gerade die kleinen Programmkinos, die es durch die Schließungen besonders hart getroffen hat, solidarisch unterstützen.

“Grandfilm” bietet deshalb seine Arthouse-Filme, die normalerweise in den Kinos laufen sollten, nun im Netz an. Für etwa 10 Euro kann sich jeder ganz unkompliziert die Filme über eine Streaming-Plattform ansehen. Das Besondere daran: Der Verleih teilt seine Einnahmen 50 zu 50 mit den Programmkinos. “Uns ist bewusst, dass wir nicht mit anderen großen Streaming-Dienstleistern mithalten können”, sagt Horn. Darum gehe es aber auch nicht. Der Nürnberger Filmverleih will ein solidarisches Zeichen setzen und Kinos, mit denen er oft zusammenarbeitet, zumindest ein wenig unterstützen.

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Eines dieser Kinos ist das “Lichtspiel” in Bamberg. Seit 25 Jahren betreiben das Gerrit Zachrich und Diana Linz. Weil der Kinosaal nun leer bleibt, kümmern sich die beiden statt um Besucher um anstehende Renovierungsarbeiten. Die Aktion des Filmverleihers “Grandfilm” begrüßt Zachrich ausdrücklich: “Wir finden alles momentan interessant, was neue Wege beschreitet. Wir erwarten jetzt nicht, dass da große Einnahmen geschaffen werden – für beide Seiten nicht. Ich glaube, dass erwartet weder der Verleih noch wir als Kino.” Vielmehr gehe es darum, eine Alternative zu den großen amerikanischen Anbietern zu schaffen. Und eben auch die Kolleginnen und Kollegen in der Region zu unterstützen. Der Nürnberger Filmverleih “Grandfilm” biete eine kleine Auswahl von sehr guten Filmen an.

Ein weiterer Pluspunkt laut dem Bamberger Kinobetreiber ist, dass es keine Abo-Gebühren gebe: ” Man muss sich zu nichts verpflichten, sondern entscheidet sich für einen Film. Da trägt man dann die Kosten, den kann man sich anschauen.” Etwa fünf Filme pro Woche will der Nürnberger Verleiher online stellen. Ein besonderes Schmankerl: “La Flor” – ein argentinischer Episodenfilm mit einer Gesamtlänge von etwa 14 Stunden. Kein Problem für echte Filmfreunde. Denn Zeit haben viele momentan genug.

Kino-Feeling als Solidarität

Programmkino “Lichtspiel” profitiert

Fünf Filme pro Woche

Nürnberger Filmverleih bringt Programmkino nach Hause

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