Opec-Länder für noch größere Kürzungen – Russland muss zustimmen

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Wien – Die Opec schlägt angesichts des Preisverfalls wegen der Coronavirus-Epidemie eine noch drastischere Förderkürzung vor als ohnehin schon anvisiert.

Die Minister des Ölkartells brachten am Donnerstagabend nach einem informellen Treffen in Wien überraschend eine zusätzliche Drosselung um täglich 1,5 Millionen Barrel pro Tag bis Ende 2020 ins Spiel. Am Nachmittag war nach dem offiziellen Ministertreffen zunächst nur von einer Senkung bis Ende Juni die Rede gewesen. Man werde die bis Jahresende angepeilte Kürzung den sogenannten Opec+-Staaten vorschlagen, zu denen auch Russland zählt, teilte die Organisation Erdöl produzierender Länder mit. Die Runde trifft sich diesen Freitag.

Es wäre die stärkste Förderkürzung seit der Finanzkrise 2008. Ob Russland mitmacht, ist allerdings unklar. Moskau hat bislang lediglich signalisiert, die eigentlich in diesem Monat auslaufende Drosselung um 2,1 Millionen Barrel bis Jahresende zu verlängern. Die Opec-Länder unter Führung von Saudi-Arabien wollen hingegen noch die zusätzliche Kürzung drauf packen, um die Preise zu stützen. Russlands Haltung kann entscheidend sein. Das Land ist einer der größten Erdölförderer der Welt, gehört aber nicht der Opec an. Seit Jahresanfang hat sich Erdöl um etwa ein Fünftel verbilligt. Das macht vor allem den Opec-Ländern zu schaffen. Russland dagegen gab an, mit dem derzeitigen Preisniveau leben zu können. Der Ausbruch des Coronavirus drückt auf die Ölnachfrage, weil Flüge gestrichen und Reisen abgesagt wurden, um eine weitere Verbreitung des Erregers zu verhindern und ein Einbruch der Weltkonjunktur befürchtet wird.

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