Open Source auf dem Amt: Freie Software in der Verwaltung – Top News

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Damals sorgte München für eine kleine Sensation, als sich die Stadt unter Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) dafür entschied, ihre mehr als 14.

000 Arbeitsplätze von Windows auf Linux umzurüsten.

Also von kommerzieller, proprietärer Software auf Open Source – Software, deren Quellcode kostenlos im Internet steht und von jedem genutzt und weiterentwickelt werden kann.

Sogar Microsoft-Gründer Bill Gates höchstpersönlich soll damals versucht haben, Ude umzustimmen.

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Der Browser Firefox, der Mediaplayer VLC, das Handybetriebssystem Android: Open Source-Software hat in vielen Bereichen die Führung übernommen.

Und könnte auch die Verwaltungen in Städten und Gemeinden in Zukunft verändern.

Von Windows zu Linux, von Photoshop zu GIMP oder von Microsoft Office zu LibreOffice.

Es ist heute nicht mehr schwer, für kommerzielle Software freie Alternativen zu finden.

2003 war das anders.

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Schwäbisch-Hall zum Beispiel, das sich dafür entschied, auf Linux umzusteigen.

Der Grund: Die Gewerbesteuer war eingebrochen – und Linux versprach eine billigere Lösung zu sein.

“Wenn München das Problem lösen kann, dürfte es bei uns einfacher werden”, sagt Horst Bräuner, der IT-Chef von Schwäbisch-Hall.

Mit LiMux galt München als Open Source-Vorreiter

Nicht alle sind zufrieden

Mit dem neuen OB kam die Kehrtwende

Initiative für mehr Open Source in der der Verwaltung

Software bietet viele Möglichkeiten

Einige Verwaltungen nutzen bewusst Open Source

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Kehrt München zu Linux zurück?

Zehn Jahren später war das Projekt LiMux abgeschlossen.

Die Stadt sparte sich nach eigenen Angaben rund ein Viertel der Kosten, ihre Entwickler lieferten wertvollen, neu entwickelten Programmcode zurück in die Open Source-Welt.

Auch andere Kommunen waren beeindruckt.

Wie viele Beobachter war auch Bräuner irritiert, dass München schon 2014 unter dem neuen Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) entschied, wieder zu Windows zurückzukehren.

Er habe das eher als politisches Statement empfunden, sagt Bräuner.

Der Browser Firefox, der Mediaplayer VLC, das Handybetriebssystem Android: Open Source-Software hat in vielen Bereichen die Führung übernommen.

Und könnte auch die Verwaltungen in Städten und Gemeinden in Zukunft verändern.

Er war auch an der Linux-Umstellung beteiligt.

Und ist bis heute mit dem System zufrieden, auch wenn Klagen kommen: “Es ist eine gern genommene Ausrede, die Schuld bei Linux zu suchen, wenn etwas nicht funktioniert.

” Die meisten dieser Probleme hätten die Nutzer auch auf Windows-PCs, meint er.

Für den Linux-Befürworter Matthias Kirschner von der Free Software Foundation Europe waren die Probleme in München vor allem organisatorische.

Das hätten auch immer wieder Untersuchungen der Stadt selbst gezeigt.

Der aktuelle IT-Referent der Stadt München, Thomas Bönig, bezeichnet die Entscheidung für Linux in einem Blogpost als “riskanten und kostenintensiven Alleingang”.

Teile der städtischen Software hätten nur auf Windows funktioniert, ein Drittel der Linuxrechner brauchte daher weiterhin einen Zugang zu Windows.

Auch der Office-Ersatz LibreOffice sei nicht mehr zeitgemäß gewesen.

Momentan ist die Stadt immer noch dabei, wieder auf Windows zurückzukehren.

In der Initiative „Public Money, Public Code” sprechen sich fast 190 Organisationen und knapp 29.

000 Privatmenschen in einem offenen Brief für mehr Open Source in öffentlichen Verwaltungen aus, und die Veröffentlichung von selbstprogrammierter Software unter freien Lizenzen.

Mitunterzeichner sind beispielsweise Mozilla, die WordPress Foundation, Wikimedia Deutschland und auch Mathias Kirschner und die Free Software Foundation Europe.

Open Source auf dem Amt: Freie Software in der Verwaltung

Außerdem müsse nicht jede Kommune immer wieder die gleichen Funktionen selbst entwickeln, wenn eine andere das schon zuvor gemacht hat.

Das spare Zeit und Geld, sagt Kirschner.

“Es geht darum, dass man keine Eigenbrötlerei in der Verwaltung fördert, sondern dass man es ermöglicht, dass Kommunen miteinander Probleme lösen können, statt alles selbst machen zu wollen.

Kirschner und seine Mitstreiter argumentieren, dass gerade öffentliche Verwaltungen von Open Source-Software stark profitieren könnten.

Sie blieben so unabhängiger von einzelnen Herstellern, wie beispielsweise Microsoft.

Die Software sei flexibler, weil man sich eigene Teile dazuprogrammieren kann, wenn man sie braucht.

Und weil der Quellcode öffentlich ist und deswegen einfacher überprüft werden kann, gelte die Software auch als sicherer.

Wie viele Kommunen in Deutschland allerdings wie Schwäbisch-Hall Open Source-Betriebssysteme nutzen, ist unbekannt.

Es gibt kein gemeinsames Forum, auch der Deutsche Städtetag hat keine aktuelle Erhebung zu dem Thema.

Anfang der 2000er Jahre habe die Stadt Schwäbisch-Hall mehrmals Info-Veranstaltungen abgehalten, sagt IT-Abteilungsleiter Horst Bräuner.

Inzwischen melde sich nur noch zwei-, dreimal im Jahr jemand.

In manchen Bereichen hat sich auch schon viel getan: Die französische Gendarmerie oder das US-Verteidigungsministerium nutzen Open Source-Betriebssysteme.

In Italien müssen öffentliche Ausschreibungen inzwischen so gestaltet werden, dass Open Source bevorzugt wird.

Software, die italienische Verwaltungen entwickeln, müssen mit offenem Quellcode veröffentlicht werden.

Und in Deutschland soll die Bundescloud für zehntausende Bundesbedienstete auf offener Software laufen.

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