Robert-Koch-Institut – Im Kampf gegen Viren Zeit gewinnen müssen

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Berlin – Das Robert-Koch-Institut dringt bei der Bekämpfung des Coronavirus zur Eile.

Das Virus lasse sich sehr leicht übertragen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit sei hoch. “Darum müssen wir alles versuchen, das einzudämmen”, sagte Institutsleiter Lothar Wieler am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin. “Wir müssen Zeit gewinnen.” Es gebe weder einen Impfstoff noch wisse man bislang, welche Therapeutika helfen. Die Rate an Verstorbenen sei höher als bei der Grippe. Ob das Virus derzeit unter Kontrolle sei, könne man gar nicht wissen. “Wir gehen davon aus, dass es unter Kontrolle gebracht wird.” Wenn es neue Ausbrüche gebe, könne es aber natürlich sein, “dass wir irgendwann die Kontrolle tatsächlich nicht mehr haben”.

Die gute Nachricht sei, dass mehr als 80 Prozent der Infizierten nur milde Symptome aufwiesen, sagte Wieler. Aber rund 15 Prozent erkrankten schwer. “Das ist viel.” Etwa ein bis zwei Prozent sterben nach bisherigen Erkenntnissen. “Das ist eine schwere Krankheitsform.” Darum sei es sehr sinnvoll, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, mit denen sich die Ausbreitung eindämmen lasse. Wichtig sei etwa, sich regelmäßig die Hände zu waschen und nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge zu niesen. Gegebenenfalls solle man von zu Hause arbeiten und Großveranstaltung meiden oder deren Absage in Erwägung ziehen. Es gebe aber derzeit keinen Anlass, ganze Städte in Deutschland ähnlich wie in China oder Italien abzuriegeln.

Wieler unterstrich, dass es rein zeitlich nicht möglich sei, dieses Jahr noch einen Impfstoff zuzulassen. Zwar werde ein Impfstoff wohl noch 2020 entwickelt, aber er müsse auch getestet werden. Mit Blick auf Therapeutika äußerte sich Wieler optimistischer. In China würden viele sehr gut strukturierte klinische Studien durchgeführt, so dass in Kürze mit Hinweisen zu rechnen sei, welche Medikamente gegen das Virus wirken. Auch darum müsse Zeit gewonnen werden, denn mit jedem Tag steige die Chance, dass ein Therapeutikum zur Verfügung gestellt werde.

Das Robert-Koch-Institut ist die zentrale Stelle bei Fragen der Krankheitsprävention. Bis auf weiteres will es täglich zur Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus informieren.

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