Siltronic macht Prognose unter Corona-Vorbehalt

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München – Der Chip-Zulieferer Siltronic setzt wegen des Ausbruchs des neuen Coronavirus ein Fragezeichen hinter seine Umsatz- und Gewinnprognosen.

“Nach einem herausfordernden Jahr 2019 erwarten wir ein weiteres herausforderndes Jahr 2020”, sagte Vorstandschef Christoph von Plotho am Montag in München. Wenn die Epidemie auf die Chip-Märkte durchschlage, dürften Umsatz und operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) deutlich unter den Werten des vergangenen Jahren liegen, warnte Siltronic. Noch habe Siltronic aber keine Corona-Folgen zu spüren bekommen. “Wir haben bisher keine Stornierungen wegen Corona erhalten”, sagte von Pflotho. Auch Auftragsverschiebungen gebe es bisher keine. “Die Kunden nehmen uns ab, was sie bestellt haben. Aber einige Kunden haben ihre Prognosen für 2020 zurückgenommen.”

Knapp zwei Drittel des Umsatzes basierten auf langfristigen Verträgen. Eigentlich erwartete Siltronic leichte Zuwächse bei den Absatzmengen. Falls sich das Virus weiter ausbreite, könnte das Volumen aber auch weiter schrumpfen. “Wir müssen uns Sorgen machen um Corona, aber man kann noch nicht von einem Desaster sprechen”, fasste von Plotho zusammen. Ohne die Corona-Folgen wäre Siltronic für das laufende Jahr von Umsätzen und Margen leicht unter Vorjahr ausgegangen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet der Hersteller von Siliziumscheiben (Wafern), aus denen Chips gestanzt werden, aber ohnehin weit unter dem Vorjahreswert von 298 Millionen Euro.

Die Siltronic-Aktie brach um 10,5 Prozent ein. Vor knapp drei Wochen hatte sie ein Jahreshoch markiert, seither ging es 38 Prozent abwärts.

Von Plotho will die Kosten drücken. Die Investitionen sollen auf rund 200 (2019: 363) Millionen Euro gedrosselt werden, der Aufbau neuer Kapazitäten sei abgeschlossen. Doch die Preise vor allem für die pizzagroßen 300-Millimeter-Wafer stünden weiter unter Druck, weil die Fabriken nicht ausgelastet seien, sagte der Vorstandschef.

2019 belastete der Handelsstreit zwischen den USA und China Siltronic, weil die Chipbranche die Produktion drosselte. Der Konzernumsatz brach um 13 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro ein. Der Nettogewinn schrumpfte um 35 Prozent auf 261 Millionen Euro. Dennoch war 2019 das zweitbeste Jahr der Firmengeschichte. Bei der Dividende macht Siltronic bereits Abstriche: Sie soll für 2019 auf drei von fünf Euro je Aktie sinken. Größter Aktionär ist der Chemiekonzern Wacker Chemie, der 30,8 Prozent der Anteile an seiner früheren Tochter hält.

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