Spahn mahnt zur Vorsicht – Coronavirus breitet sich weiter aus

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Berlin – Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Bevölkerung zu Besonnenheit aufgerufen.

Es gebe zwar noch viel Unbekanntes rund um die Epidemie und beunruhigende Bilder aus dem besonders stark betroffenen China, sagte Spahn am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag. Aber aus Erfahrung von anderen Krisen sei klar, dass man einen kühlen Kopf bewahren müsse. “Das gilt auch für den Umgang mit dem Coronavirus.” Der CDU-Politiker betonte, dass aus der Epidemie in China eine weltweite Pandemie geworden sei. “Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht.”

Spahn sieht teilweise noch Verbesserungsbedarf bei den Abläufen, hält das deutsche Gesundheitssystem aber für gut gewappnet, mit einer stärkeren Belastung umzugehen. Es werde zu “Stress im System” kommen. Aber niemand könne sagen, wann sich die Lage verschärfen könnte. In einer solchen Phase läge der Fokus auf Patienten mit schwereren Krankheitsverläufen. Insgesamt müsse man besonnen bleiben – auch wenn einige versuchten aus der Lage Profit zu schlagen, etwa durch “windige Geschäfte mit überteuerten Schutzmasken”.

Der Minister räumte ein, es komme bei medizinischer Schutzausrüstung zu “Knappheiten”. Deshalb gelte ab sofort ein Exportverbot für Atemmasken, Handschuhe oder Schutzanzüge. Zudem werde medizinische Schutzausrüstung nun zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser sowie für Bundesbehörden beschafft und auf Lager gehalten. Spahn wiederholte mit Blick auf China seine Forderung, man dürfe sich hier wirtschaftlich und über Lieferketten nicht von einem einzigen Land abhängig machen. Er bekräftigte auch seinen Appell, dass eine richtige Hygiene beim gründlichen Händewaschen oder beim Niesen in die Armbeuge entscheidend sei. “Das ist nicht banal, das ist wichtig.”

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts inzwischen auf 240 Fälle gestiegen. Zudem breitete sich die Epidemie auf 15 Bundesländer aus. Besonders in Baden-Württemberg nahm die Zahl der Fälle zuletzt deutlich zu. Am stärksten betroffen mit 111 Patienten ist aber nach wie vor Nordrhein-Westfalen. Nur Sachsen-Anhalt war bislang nicht betroffen.

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