Sparkassen fordern klare Ziele für Zentralinstitut bis zum Sommer

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Frankfurt – Die Sparkassen in Hessen und Thüringen halten in der Diskussion um ein Sparkassen-Zentralinstitut eine vertiefte Zusammenarbeit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mit der Fondsgesellschaft Dekabank für unzureichend.

“Sinn macht es nur, wenn es eine Fusion ist”, sagte Gerhard Grandke, Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen, am Freitag. Nur so könne man die Kosten drücken und Synergien heben. Eine unendliche Diskussion, wie das Sparkassen-Zentralinstitut aussehen soll, könne man sich nicht leisten. “Bis zur Sommerpause muss Klarheit da sein, wie das Zentralinstitut aussehen soll.” Dann müsse die gesamte Organisation dahinterstehen.

Sparkassenpräsident Helmut Schleweis trommelt wegen der niedrigen Leitzinsen und des harten Wettbewerbs schon lange für ein Spitzeninstitut, für das eine Fusion der Dekabank und der Helaba die Grundlage legen sollen. Doch dabei müssen viele Widerstände überwunden werden. Umstritten ist etwa, welche Teile in ein gemeinsames Geldhaus eingebracht werden sollen, wie die Kosten verteilt werden und wie das Geschäftsmodell aussehen soll.

SPARKASSEN IN HESSEN UND THÜRINGEN ERWARTEN GEWINNRÜCKGANG

Nach Grandkes Vorstellungen sollen Primärinstitute wie die Frankfurter Sparkasse, die der Helaba gehört, nicht Teil des Sparkassen-Zentralinstituts sein. Grandke warnte aber auch davor, die Risiken in dem Zentralinstitut zu stark reduzieren zu wollen. Die Bank müsse in der Lage sein, Unternehmen ins Ausland zu begleiten. Das gehe nicht, wenn man das Institut “verzwerge”, sagte Grandke. “Die Gesamtorganisation muss dann hinter dem Zielbild stehen. Sonst lässt man es.” Er sei überzeugt, dass eine Fusion Sinn mache.

Für die 49 Sparkassen in Hessen und Thüringen rechnet Grandke im laufenden Jahr mit einem erneuten Gewinnrückgang. Das Ergebnis werde um 60 bis 70 Millionen Euro sinken, schätzte Grandke. Dabei seien die Folgen der Virus-Epidemie nicht eingepreist. “Welche Auswirkungen das Coronavirus hat, weiß keiner”, sagte Grandke. Wegen der niedrigen Zinsen und steigender Verwaltungskosten sank das Betriebsergebnis vor Bewertung 2019 um 7,1 Prozent auf 901 Millionen Euro. “Mit diesem Wert können wir angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen zufrieden sein. Ein Betriebsergebnis dieser Größenordnung ist auskömmlich.”

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