US-Gericht spricht fünf Inhabern von VW-Diesel 100.000 Dollar zu

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Washington/Hamburg – Ein US-Gericht hat Haltern von vier VW-Dieselautos mit manipulierten Abgaswerten eine Summe von 100.000 Dollar zugesprochen.

Die insgesamt fünf Kläger, drei Einzelpersonen und ein Ehepaar, gehören zu einer Gruppe von rund 350 Personen, die sich dem vor vier Jahren mit den US-Behörden ausgehandelten milliardenschweren Vergleich nicht angeschlossen haben und auf eigene Faust einen höheren Schadensersatz durchsetzen wollen. Volkswagen zeigte sich zufrieden, dass das Gericht sehr viel größere Forderungen der Kläger in Millionenhöhe zurückgewiesen habe: “Die Kläger hatten nur minimale Verluste und ihnen wurden die ungerechtfertigten Zusatzgewinne, die sie anstrebten, zu Recht verweigert.”

Doch auch die nun festgelegte Summe – sogenannter Strafschadensersatz, den Unternehmen in den USA zahlen müssen, wenn sie betrogen haben – überschreite verfassungsrechtliche Grenzen, erklärte VW. Der Autobauer will nun erreichen, dass die Jury die den Klägern zugesprochene Summe verringert. Das Gericht hatte den fünf Personen Anfang des Monats bereits einen Schadensersatz von insgesamt 5747 Dollar zugesprochen.

Der vor vier Jahren mit der US-Justiz erreichte Vergleich sah vor, dass Volkswagen fast 600.000 manipulierte Dieselautos zurückkaufte und den Geschädigten im Schnitt 5000 bis 6000 Dollar zahlte. Die Wolfsburger hatten im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Diesel-Abgaswerte mit einer speziellen Software geschönt zu haben. Diese erkennt, wenn ein Fahrzeug auf dem Prüfstand steht, und hält nur dann die Grenzwerte ein. Im realen Betrieb auf der Straße liegen die Schadstoffwerte um ein Vielfaches höher.

Die Wiedergutmachung von “Dieselgate” hat Volkswagen allein in den USA einschließlich Strafen mehr als 25 Milliarden Euro gekostet. Inklusive Bußgelder in Deutschland sowie Kosten für Anwälte hat Volkswagen für die Aufarbeitung bisher mehr als 30 Milliarden Euro bezahlt.

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