Viruskrise hinterlässt tiefe Spuren im deutschen Gastgewerbe

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Frankfurt – Das deutsche Hotel- und Gastgewerbe bekommt die Coronavirus-Epidemie immer stärker zu spüren.

“Wir sehen eine Betroffenheit in einem nie gekannten Ausmaß”, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Ingrid Hartges, der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. “Die Sorge wächst von Tag zu Tag. Am Wochenende stand das Telefon nicht still.” Repräsentative Zahlen, wie viele Mitgliedsbetriebe bereits Kurzarbeit beantragt hätten, lägen zwar noch nicht vor. Aber einige Hotels und Caterer seien in Kontakt mit den Arbeitsagenturen, andere hätten bereits einen Antrag gestellt. Mitarbeiter, die sich noch in der Probezeit befänden, würden entlassen. Nicht nur das Geschäft mit Geschäftsreisenden leide, auch die private Nachfrage lasse nach.

Der Verband hatte am vergangenen Freitag gemeldet, dass drei Viertel der Hotels, Restaurants und Caterer wegen der Coronavirus-Ausbreitung unter Umsatzeinbußen leidet. Das Hilfspaket der Bundesregierung zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, erklärte Dehoga-Präsident Guido Zöllick am Montag. Dennoch blieben die Beschlüsse der Koalition hinter den Erwartungen der Branche zurück und reichten nicht aus, “um die Krise zu bewältigen”. Die Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld seien gut. “Wir wissen aber auch aus den Erfahrungen aus der Finanzkrise 2008/2009, dass das Kurzarbeitergeld im Gastgewerbe zwar wichtig ist, es erreichte aber nicht die Vielzahl der kleinen und mittleren Betriebe.”

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