Werbung in der Corona-Krise: Schweigen ist Gold – Top Meldungen

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Die Corona-Krise werden die Unternehmen meistern, die schon immer weitsichtig waren. Und die schweigen, wenn es nichts zu sagen gibt. Das sagt Claas Christian Germelmann. Er lehrt an der Uni Bayreuth Marketing und Konsumentenverhalten.

In der Krise ist ein “Weiter so!” in der Kommunikation von Unternehmen mit ihren Kunden und ihren Mitarbeitern nicht angebracht. Claas Christian Germelmann, Professor am Lehrstuhl für Marketing und Konsumentenverhalten an der Uni Bayreuth, gibt mit fünf Goldenen Regeln Orientierung.

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Konsumenten merken genau, wann eine Werbebotschaft ernst gemeint ist. Sie erwarten klare, ehrliche Ansagen anstelle von Sprechblasen. Dazu gehört auch, jetzt keine Termine für nach der Krise zu nennen. Wer sich nicht daran hält, läuft Gefahr, das Vertrauen der Kunden zu verlieren. Nordtirol könnte es verspielt haben. Dort endete die Skisaison erst am 15. März 2020. Tourismusanbieter hatten die Ansteckungsgefahr zuvor klein geredet. Wie wird sich das auf die kommenden Ski-Saisons auswirken? Wer möchte dort Urlaub machen, wo Risiken unter den Teppich gekehrt werden?

Relevanz haben in der aktuellen Situation nur noch ganz wenige Unternehmen und Dienstleister. Dazu gehören die Supermärkte. Einige Handelsketten verstehen es jetzt, uns Konsumenten genau das mitzuteilen, was wir hören möchten: “Wir ackern weiter für euch! Auch wenn die Regale vorübergehend leer gekauft sind, wir sind für euch da!” Diese Unternehmen haben schon vor der Corona-Krise sichergestellt, dass ihre Prozesse und Lieferketten hervorragend funktionieren. Und was machen Marken und Unternehmen, die keine relevanten Beiträge zur Krise haben? Schweigen!

“Bei uns stehen die Mitarbeiter/innen im Mittelpunkt!” Ob diese Aussage zahlreicher Unternehmen eine Platitude ist oder nicht, können sie jetzt unter Beweis stellen. Das erwarten nicht nur die Mitarbeiter selbst, sondern auch die Konsumenten von den Unternehmen. Ein schlechtes Beispiel: Ein Unternehmen soll seinem Vertriebs-Team pro Verkauf 50 Euro Prämie gezahlt haben, wenn er oder sie weiterhin an Haustüren klingelt und Verkäufe tätigt. Gute Beispiele: Virtuelle Home-Office-Meetings, in denen gemeinsam Erfolge gefeiert werden. Die Botschaft: “Wir ziehen alle an einem Strang” wird zur Durchhalteparole für alle, auch Führungskräfte. Wenn jedem Mitarbeiter bewusst ist, dass er leistet, was er jetzt leisten kann, und dafür Anerkennung und Unterstützung vom Unternehmen bekommt, hat dieses seine Mitarbeiterorientierung bewiesen.

Gut geführte Unternehmen haben vor der Krise bereits eine Kommunikation mit ihren Kunden begonnen. Zum Beispiel auf einer digitalen Plattform, auf der sie sich austauschen. Hier kommt auch die Kraft sogenannter Micro-Influencer zum Tragen. Sie sind auf diesen Plattformen aktiv, haben das Ohr am Kunden und deren Vertrauen gewonnen. Diese Influencer wissen, was jetzt vom Unternehmen erwartet wird und wie sein Handeln bei den Kunden ankommt.

In Arkansas erlässt ein Immobilienbesitzer seinen Mietern im Gastrobereich die Zahlungen für den Monat April, damit sie ihre Mitarbeiter entlohnen können. In Bayreuth stellt ein Unternehmen sicher, dass die Mitarbeiter in der Produktion den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten können. Die Berliner Philharmoniker öffnen die Digital Concert Hall für alle, kostenlos. Doch die Gratwanderung ist gefährlich: Corona-Angebote schlagen erbarmungslos zurück. Wer mit den Ängsten der Menschen spielt und die Krise zu seinem Vorteil ausnutzt, wird nach deren Abebben viele Kunden verloren haben.

Goldene Regel 1: Ehrlichkeit wird gewürdigt

Goldene Regel 2: Sei relevant oder sei still!

Goldene Regel 3: Verantwortung für die Mitarbeiter übernehmen

Goldene Regel 4: Binde die Kunden ein

Goldene Regel 5: Sei großzügig – mit Augenmaß

Werbung in der Corona-Krise: Schweigen ist Gold

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