YouTube war lange von Skandalen bestimmt – dann kam Corona – Top Meldungen

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Unter den Hashtags #withme und #wirbleibenzuhause wird aus Basteln, Backen und Sportmachen ein gemeinschaftliches Erlebnis. Der Erfolg dieser Videos zeigt: Die Corona-Krise hat YouTube grundlegend verändert. Und zwar zum Guten.

Kontra K ist als einer der größten Namen der deutschen Rapszene bekannt. Doch in Zeiten der Corona-Krise scheint der Rapper spontan ein neues berufliches Standbein für sich entdeckt zu haben. Auf YouTube lädt er Fitness-Videos hoch – über eine halbe Stunde lang – zum Nachmachen für Zuhause. Seine “Quarantäne Home Workouts” werden von hunderttausenden geschaut und kommentiert – das Ganze kommt mehr als gut an. “Das werden anstrengende Corona-Ferien” schreibt ein User.

Kontra K ist nicht der einzige, der den aktuellen Trend auf YouTube erkannt hat. #withme bzw #mitmir-Videos gibt es auf der Plattform schon lange – es sind meist längere Clips, in den man Menschen bei einfachen Aktivitäten und Hobbies zusehen kann. Doch seit durch die Corona-Krise ein großer Teil der Weltbevölkerung in den eigenen vier Wänden festsitzt, ist das Video-Genre explodiert – #withme-Videos werden gerade sechsmal mehr angesehen als sonst, berichtet das US-Magazin The Verge.

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Auch unter dem Hashtag #wirbleibenzuhause zeigen viele Kanäle auf YouTube, wie man sich zuhause die Zeit vertreiben kann: Durch schneidern, basteln, backen oder eben Sport zum Beispiel. Dass die gerne mal etwas länger dauern und streng genommen nicht allzu viel passiert, ist hier egal. Im Gegenteil: In der Ruhe liegt der Charme.

Die meisten dieser Videos sind vor allem als “Tutorials” gedacht – Anleitungen, die man zuhause nachmachen soll. Tatsächlich wird wohl nur ein kleiner Teil des Publikums von “Sallys Welt” selbst ausprobieren, Oreo-Kekse herzustellen. Aber darum geht es auch gar nicht. #withme und #wirbleibenzuhause zeigen, wie sich die YouTube-Welt während der Corona-Krise anpasst, und das gerade jetzt vielen Menschen nach ruhigen Wohlfühl-Videos zumute ist.

Für YouTube ist nun so etwas wie eine Zwangspause eingetreten. Die Plattform, die sonst meist von Kleinkriegen und Skandalen bestimmt wird, tritt zum ersten Mal seit Jahren in eine Ruhephase ein. Sogar der Videomacher JuliensBlog, der vor allem für Kontroversen und Beleidungen bekannt ist, gibt sich in einem neuen Video ungewohnt sanft, ermahnt sein junges Publikum, nicht das Haus zu verlassen und stellt eine neue Videoaktion mit deutlich weniger Skandal-Potential vor, als man das von ihm gewöhnt ist.

Doch hier ist der Nachteil: Zwar geht es YouTube insgesamt besser als sonst, doch die Werbeeinnahmen scheinen zurückzugehen. Das berichtet zum Beispiel YouTuber Hank Green aus den USA. Ein ruhiges und zivilisiertes YouTube mag für das Publikum besser sein – aber am Leben gehalten wird die Plattform vor allem durch Werbepartner, die jetzt ausbleiben. Gut möglich also, dass #withme nur eine kleine Atempause bedeutet, bevor wir in ein paar Monaten wieder zum Irrsinn des YouTube-Alltags zurückkehren.

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Videos von Zuhause erobern YouTube

Eine Ruhepause für die YouTube-Szene

YouTube war lange von Skandalen bestimmt – dann kam Corona

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