Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland steigt auf 188

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Frankfurt/Berlin – Das Coronavirus breitet sich auf weitere Bundesländer in Deutschland aus. Auch in Sachsen, Thüringen und Brandenburg wurden erste Infektionen gemeldet, damit sind nach Angaben des Robert Koch Instituts inzwischen 13 Bundesländer betroffen.

Bis Dienstagvormittag lag die Zahl der Infektionen deutschlandweit bei 188, das sind 31 mehr als noch am Montagnachmittag gemeldet wurden. Über das Wochenende hatte die sich Zahl der Infektionen fast verdreifacht. Am stärksten legte zuletzt die Zahl der Infektionen in Nordrhein-Westfalen und Bayern zu, dort gibt es auch die meisten Fälle. “Mit weiteren Fällen, Infektionsketten und auch Ausbrüchen in Deutschland muss gerechnet werden”, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Die Gefahr für die Bevölkerung werde in Deutschland aktuell weiter als “mäßig” eingeschätzt. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte für Mittwoch eine Erklärung des Bundesregierung zum Coronavirus an.

Weltweit sind nach Angaben des RKI 90.900 Fälle bekannt, der Großteil davon mit etwa 80.280 in China. Die Dynamik der Neuinfektionen verlagere sich zunehmend aus China in den Rest der Welt, sagte Schaade. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte, in den letzten 24 Stunden seien fast achtmal so viele Fälle außerhalb Chinas gemeldet worden wie innerhalb der Volksrepublik. Das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus auf weltweiter Ebene sei jetzt sehr hoch. Am meisten Sorgen bereite ihm die Ausbreitung in Südkorea, Italien, Iran und Japan. Südkorea ist mit mehr als 4800 Krankheitsfällen das Land außerhalb Chinas, das am stärksten von der Epidemie betroffen ist. Weltweit sind bislang mehr als 3100 Menschen an der Atemwegserkrankung gestorben.

Flughäfen in den besonders betroffenen Ländern verstärkten die Überprüfungen von Reisenden. US-Vizepräsident Mike Pence sagte, dass auf Flughäfen in Südkorea und Italien innerhalb von zwölf Stunden alle Reisenden auf das Coronavirus untersucht würden. Die USA würden ihre Reisebeschränkungen möglicherweise erweitern. Die US-Regierung gab bekannt, dass sie führende Pharmaunternehmen zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffes und von Medikamenten zur Behandlung des Coronavirus verpflichtet hat. Nach Meinung der Experten könnte ein sicherer Impfstoff in zwölf bis 18 Monaten verfügbar sein.

Die sieben führenden Industrienationen (G7) wollen unterdessen offenbar vorerst nicht koordiniert zu konkreten finanz- oder geldpolitischen Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft gegen die Folgen der Coronavirus-Epidemie aufrufen. Eine für diesen Dienstag oder Mittwoch vorgesehene gemeinsame Erklärung beinhalte bislang keine gezielten Forderungen nach neuen Staatsausgaben oder abgestimmten Zinssenkungen der Zentralbanken, sagte ein Vertreter der Staatengruppe der Nachrichtenagentur Reuters. Die G7-Länder, zu denen auch Deutschland zählt, würden lediglich ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit unterstreichen, um den Schaden für ihre Volkswirtschaften abzumildern. Die EZB hatte erklärt, sie stehe bereit, entsprechend der Notwendigkeit und der zugrundeliegenden Risiken angemessene und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.

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