Augengrippe: Das ist es, was sie so gefährlich macht

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Wenn das Auge juckt, tränt und gerötet ist, geht man meist zuerst von einer Bindehautentzündung aus. Es kann sich dabei allerdings auch um eine Augengrippe handeln. Die Augengrippe ist eine Infektion, die durch Adenoviren verursacht wird und die hochansteckend ist. Daher sollte man mit der Erkrankung unbedingt zuhause bleiben.

Erreger verbreiten sich leicht und schnell

Ursprünglich handelt es sich bei der Grippe um eine Erkrankung der Atemwege, aber volkstümlich spricht man auch bei den Augen von einer Grippe. Die Adenoviren werden durch Schmierinfektion rasch weitergegeben. Strikte Hygiene ist deshalb essenziell, um sich selbst und sein Umfeld vor dieser Krankheit zu bewahren. Ist man von der Augengrippe betroffen, ist es am besten zuhause zu bleiben, um das Virus nicht weiterzutragen, denn Adenoviren sind extrem robust und können sogar schon beim Händeschütteln weitergegeben werden. Auch auf Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln, sowie Türklinken und Treppengeländern können die Erreger lauern. Kommt man damit in Berührung und fasst sich anschließend an das Auge, kann schnell eine Infektion erfolgen.

Sehfähigkeit ist eingeschränkt

Ob es tatsächlich eine Augengrippe vorliegt, kann ein Facharzt klären. Laut Ludger Wollring, Facharzt für Augenheilkunde und Sprecher des Berufsverbands der Augenärzte, kündigt sich eine Augengrippe meist durch Juckreiz, Rötung und enormen Tränenfluss eines Auges an. Darüber hinaus schwellen häufig die Lymphknoten am Ohr an. Wurde ein Auge vollständig „in Angriff genommen“, wird meist auch das zweite Auge befallen.
Eine Augengrippe schränkt das Sehvermögen von Patienten für längere Zeit ein, da sich abgesehen von der Bindehaut auch die Hornhaut entzündet und sich eintrübt. In den meisten Fällen dauert die Erkrankung zwei bis vier Wochen und heilt schließlich von selbst aus.

Augengrippe ist meldepflichtig

Stellt der Facharzt eine Augengrippe fest muss er die Diagnose dem zuständigen Gesundheitsamt mitteilen, denn die unter dem Fachbegriff Keratoconjunctivitis epidemica bekannte Krankheit befindet sich auf der Liste der meldepflichtigen Erkrankungen. Um festzustellen, ob es sich um eine Augengrippe handelt, prüft der Facharzt, ob das Augensekret Adenoviren enthält. Dafür nimmt er einen Augenabstrich mit einem Wattestäbchen und gibt das Sekret ins Labor, welches die Zellen dann analysiert. Bis zu einem Ergebnis können Wollring zufolge allerdings mehrere Wochen vergehen.

So schwächen sie die Symptome ab

Aktuell existiert keine zugelassene Behandlungsmethode, um Adenoviren zu bekämpfen und damit die Augengrippe zu heilen. Auch Antibiotika sind nutzlos, daher geht es bei der Therapie vorwiegend darum die Beschwerden abzumildern. Dafür werden entzündungshemmende Arzneimittel wie beispielsweise Augentropfen mit dem Wirkstoff Cyclosporin verordnet. Sind die Augen sehr trocken können weitere Augentropfen oder -salben den Augen mehr Flüssigkeit zuführen. Am wichtigsten ist es als Erkrankte oder Erkrankter jedoch unbedingt zuhause zu bleiben und die Krankheit gründlich ausheilen zu lassen, bis man wieder zur Arbeit und anderen Aktivitäten aufbricht. Ansteckend ist die Augengrippe in den meisten Fällen nur innerhalb den ersten zwei Wochen der Erkrankung. Der Facharzt wird für einen angemessenen Zeitraum eine Krankschreibung vornehmen.

Wenn Ihre Augen oft jucken, brennen oder tränen, sollten Sie sich das ansehen:

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Strikte Hygiene ist einzige Präventionsmöglichkeit

Adenoviren finden sich auf diversen Gegenständen, die häufig angefasst werden, wie zum Beispiel Armaturen, Kopfkissen, Handtüchern, PC-Tastaturen, Tischen, Türklinken, der Kaffeemaschine etc. Häufiges Händewaschen mit Seife ist essenziell, um vorzubeugen, sowie den Kontakt zwischen Händen und Augen möglichst zu vermeiden.
Betroffene sollten unbedingt eine eigene Seife, sowie eigene Cremes und andere Pflegeprodukte benutzen und diese nicht mit anderen Personen teilen. Darüber hinaus sollten sie, falls sie nicht zuhause bleiben können, zumindest darauf verzichten öffentliche Einrichtungen zu besuchen. In Bädern, Sportstätten und Saunen haben die Erreger besonders leichtes Spiel. Die Arbeit bzw. Schule oder den Kindergarten sollten Patienten erst wieder besuchen, wenn der behandelnde Facharzt seine Zustimmung erteilt hat. Zwei Wochen wird dies aber mindestens dauern.

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