Corona-Pandemie: Regionale Lebensmittel boomen – Top News

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Familie Willecke will es wissen und nimmt als sogenannte Regio-Tester an einer Aktion zum bundesweiten Tag der Regionen teil.

Zwei Wochen lang sollen sie, soweit es geht, nur Produkte aus der Umgebung einkaufen und aufschreiben, wie alltagstauglich das für sie ist.

Regionale Lebensmittel sind momentan angesagt.

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie sehr wir von der globalen Warenproduktion abhängig sind.

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Nachbar Landwirt ist da krisensicher.

Doch regionale Produkte aufzutreiben ist oft gar nicht so einfach.

Zurzeit braucht Familie Willecke aus Feuchtwangen in Mittelfranken mehr Lebensmittel als sonst.

Papa Michael arbeitet im Home-Office, und die Töchter Jule und Nele gehen Corona-bedingt nicht in die Kita.

Doch Tomaten aus Spanien oder Eier aus Holland: Muss das sein? Gibt es das nicht auch in der Nähe?

Vor zwanzig bis dreißig Jahren habe jeder Landkreis seine eigene Molkerei und seinen regionalen Schlachthof gehabt.

“Das ist leider längst passé, und die Tendenz geht weiter in die falsche Richtung”, erklärt Andrea Winter vom Bundesverband der Regionalbewegung.

“Immer mehr Zentralisierung von Verarbeitungs-Strukturen, Molkereien, Schlachthöfe, Brauereien und weniger Dezentralisierung, und das wäre unserer Meinung nach ein ganz wichtiger Weg.

Ein Beispiel: Wer auf dem Feuchtwanger Wochenmarkt neben Eiern und Käse auch regionales Fleisch kaufen will, bekommt dort alles vom Schwein, aber weder Rind noch Kalb.

Der Betrieb von Familie Just ist hier der einzige, der noch selbst schlachtet.

Anderswo ist die Situation oft noch gravierender.

Wenn das so weitergeht, gibt es in zwanzig Jahren keine handwerklich arbeitenden Metzger mehr, prognostiziert die Regional-Expertin.

Weniger Auswahl bei regionalem Einkauf

Jede Region hat ihr Gemüse

Der Erfolg regionaler Milchprodukte

Regionale Produkte in Selbstbedienungs-Automaten

Regional einkaufen braucht Zeit

Regionale Produkte online kaufen

Wer regional einkaufen möchte, stellt schnell fest, dass das oft mit hohem Aufwand verbunden ist, sagt Andrea Winter.

Sie hat das Projekt begleitet und ausgewertet.

Bundesweit sei die Nachfrage nach regionalen Produkten derzeit hoch.

“Im alltäglichen Einkauf haben wir aber noch viel zu wenig Möglichkeiten, um wirklich regional einzukaufen”, sagt sie.

“Das hat damit zu tun, dass ich oft größere Wege in Kauf nehmen muss, ich muss meinen Einkauf besser strukturieren und organisieren.

Regionale Lebensmittel sind momentan angesagt.

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie sehr wir von der globalen Warenproduktion abhängig sind.

Nachbar Landwirt ist da krisensicher.

Doch regionale Produkte aufzutreiben ist oft gar nicht so einfach.

“Man muss sich austauschen, mit den Händlern sprechen, wo die Produkte herkommen”, sagt Vater Michael Willecke.

“Regionalität ist ja nicht nur Bayern, sondern in 15 Kilometern ist Baden-Württemberg und das finde ich auch noch regional, sogar regionaler, als würden wir es aus dem Bayerischen Wald bekommen.

Bei ihren Recherchen stellt Familie Willecke fest, dass es in ihrer Region außer Kartoffeln nur wenig Gemüse gibt.

Dafür findet sie im Internet eine Anbau-Genossenschaft im nahe gelegenen Baden-Württemberg.

Beim Gespräch mit einem Wirt aus der Nachbarschaft erfahren sie, dass der sein Gemüse dort bezieht.

Ihre Produkte verkaufen die Landwirte an Hofläden und Edeka-Märkte in der Umgebung.

Werbung müssen sie keine machen, die Geschäftsleute kommen von alleine auf sie zu.

Am Ortsrand von Dinkelsbühl betreibt Familie Weber Milchvieh-Haltung mit 120 Kühen.

Als vor ein paar Jahren der Milchpreis im Keller ist, bauen sie eine eigene kleine Molkerei und fangen an, ihre Milch direkt zu vermarkten.

Weil das gut ankommt, produzieren sie zudem noch Käse und Joghurt.

Dafür müssen sie personell aufstocken.

Die Kunden hätten jetzt gerne auch Quark.

Doch das geht nicht mehr.

“Momentan sind wir eigentlich schon an der Grenze”, beschreibt Bäuerin Barbara Weber ihre Situation.

Corona-Pandemie: Regionale Lebensmittel boomen

Auch Familie Lehr im nahegelegenen Burk im Landkreis Ansbach muss kurzzeitig aufstocken, als ihnen an Ostern die Kunden fast den Selbstbedienungs-Automaten überrennen.

Mit ihren mobilen Hühnerställen treffen sie den Nerv vieler.

Seit einiger Zeit haben sie auch Suppenhühner im Angebot und die Nachfrage steigt.

Doch auch hier gibt es Grenzen.

“Wir haben nicht mehr Platz und wir dürfen nur so viel schlachten, wie wir selber produzieren, und da wir ja keine EU-Schlachtung machen, wollen wir auch nicht an den Supermarkt liefern”, sagt Matthias Lehr von Burker Freilandeier.

In Feuchtwangen entdeckt Test-Familie Willecke, dass ihr Weinhändler auch Mehl aus einer Mühle in der Nähe verkauft.

Daraus will sie künftig ihr eigenes regionales Brot backen.

Doch so ambitioniert die einen sind, Realität ist auch, dass nur wenige Verbraucher bereit sind, für ihren Wocheneinkauf mehrere Orte abzuklappern.

Vielen fehlt schlicht die Zeit dazu.

Dafür bauen sie Kartoffeln und Zwiebeln an, auf Streuobstwiesen wachsen Äpfel, Birnen und Zwetschgen.

Die Produkte bringt Matthias Lehr seinen Kunden alle 14 Tage auch nach Hause.

Mit Beginn der Corona-Krise haben sich die Bestellungen zeitweise verdreifacht.

Mittlerweile trauen sich die Gründerinnen sogar an sensible Produkte wie Hackfleisch oder frischen Fisch.

Die Kisten liefern sie an Abholstationen im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen oder mit Aufpreis nach Hause.

So war es jedenfalls bei Birgit Wegner.

Die junge Mutter aus dem Landkreis Fürth will nicht auf regionale Lebensmittel verzichten, aber der Aufwand wurde für sie einfach zu hoch.

Vor zwei Jahren hat sie dann die Lösung gefunden und mit einer Freundin die Online-Plattform Hofladenbox gegründet.

Dort haben Verbraucher eine große Auswahl an regionalen Lebensmitteln.

“Wir haben keine Lagerhaltung”, erklärt sie das Prinzip.

“Das heißt, es wird ganz frisch wirklich mehr oder weniger direkt vom Feld angeliefert und nicht erst im Großmarkt zwischengeparkt.

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