Coronaviren-Schutz: Wie effektiv schützen Einmalhandschuhe vor Viren? – Gesundheit

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Einmalhandschuhe aus Latex oder Nitrilkautschuk schützen ihre Träger kaum vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV2.

So ein Handschuh sei nicht hundertprozentig dicht und nehme außerdem alles auf, was man berühre – etwa von Türklinken oder Einkaufswagen, sagt Professor Vehreschild.

„Er bietet damit kaum einen Vorteil.

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Nicht wenige Personen stülpen sich zum Schutz vor einer Corona-Infektion Handschuhe über die Hände.

Professor Janne Vehreschild vom Vorstand der DGI sieht darin wenig Sinn.

Andere Maßnahmen helfen mehr.

In der Corona-Krise greifen viele Menschen in der Öffentlichkeit zu Einmalhandschuhen, in der Hoffnung, sich damit vor Viren zu schützen, die an Oberflächen haften.

Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) sieht allerdings kaum einen Nutzen in dieser Maßnahme.

Einmalhandschuhe taugen kaum als Corona-Schutz

Vehreschild führt aus: „Das Virus kommt nicht über die Handflächen, sondern über Schleimhäute in den Körper, etwa wenn man sich an die Nase oder den Mund fasst.

“ Insofern sei eigentlich der wichtigste Rat, sich draußen oder beim Einkaufen nicht mit der Hand an die Nase, den Mund oder in die Augen zu greifen.

Bei der Rückkehr nach Hause wäscht man sich gründlich die Hände oder desinfiziert sie.

Und natürlich gilt generell: Abstand zu anderen halten.

Richtig angewendet, sind Einmalhandschuhe aber nicht komplett nutzlos: „Wenn Sie Handschuhe in die Hosentasche stecken, und sie zum Beispiel speziell zum Einkauf anziehen, und nach dem Verstauen der Lebensmittel und dem Wegbringen des Einkaufswagens wegwerfen“, sagt Vehreschild.

Damit senke man das Risiko einer Infektion möglicherweise ein bisschen.

Man könne vorher aber auch den Griff des Wagens desinfizieren oder danach die Hände reinigen.

Einmalhandschuhe schützen nicht vor einer SARS-CoV-2-Infektion

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) sieht eine gute Handhygiene als wichtigen Teil des Schutzes vor Ansteckung.

Durch ausgiebiges Händewaschen von mindestens 20 Sekunden Dauer ließe sich die Zahl der Keime an den Händen extrem reduzieren, heißt es auf dem Portal Infektionsschutz.

de, das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betrieben wird.

Einmalhandschuhe zum Schutz empfehlen weder das RKI noch die BZgA.

Was man auf jeden Fall vermeiden sollte: Die Handschuhe längere Zeit zu tragen – etwa bei Spaziergängen.

Das sei aus hygienischer Sicht eher schlecht, so der Mediziner.

Die Haut habe eine Bakterienflora, die schützende Eigenschaften habe und sich ein Stück weit selbst desinfiziert – während an einem Handschuh alles kleben bleibe, erklärt Vehreschild.

„Außerdem schwitzt man unter dem Handschuh stark und das ist für die Hautflora auf Dauer nicht gut.

“ Auch medizinisches Personal trage unter normalen Umständen niemals den ganzen Tag das gleich Paar Handschuhe.

Eine Ansteckung durch den Griff an Pakete oder Lebensmittel und danach ins Gesicht scheine keine wesentliche Rolle zu spielen.

Hier dürfte Menge der anhaftenden Viren wohl auch nicht groß genug sein, so Vehreschild.

„Am Griff des Einkaufswagens, an Türklinken und anderen Flächen mit intensiver Nutzung könnte das anders sein.

“ Aber eine sichere Aussage dazu gebe es noch nicht.

Der Mediziner beschäftigt sich an der Uniklinik Köln und am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung mit dem Sars-CoV-2-Virus und der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Eine abschließende Einschätzung, wie das Virus übertragen wird, habe man noch nicht.

„Wir wissen bisher nur, dass es über den Tröpfchenweg, also etwa beim Sprechen miteinander, oft übertragen wird – über den Weg einer Schmierinfektion wissen wir zu wenig.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.

Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Der Virologe Professor Hendrik Streeck hält SARS-CoV-2-Infektionen über Oberflächen für unwahrscheinlich.

Er nahm mit seinem Team Abstriche von Alltagsgegenständen aus Haushalten von Infizierten in Heinsberg.

Die Forschenden konnten aber nur die Virus-RNA und keine infektiösen Keime nachweisen.

(vb; Quelle: dpa/tmn)

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