Coronavirus: Harvard-Experten – Notwendigkeit von Social Distancing-Maßnahmen bis 2022 – Gesundheit

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Kann es eine Normalität nach dem Shut Down geben? Was passiert, wenn sofort alle Einschränkungen aufgehoben werden? Diesen Fragen ist ein Forschungsteam der Harvard-University um den Epidemiologen Edward Goldstein nachgegangen.

Die Experten kommen in dem Report „Projecting the transmission dynamics of SARS-CoV-2 through the postpandemic period“ zu dem Ergebnis, dass weltweit alle Menschen noch bis zum Jahr 2022 die Regeln der sozialen Distanzierungen einhalten sollten, um eine erneute Pandemie des Covid-19-Erregers zu verhindern.

Nur so könne eine Überforderung der Gesundheitssysteme verhindert werden.

Es sei denn, es finde sich in dieser Zeit ein wirksames Medikament oder ein Impfstoff.

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In Deutschland soll das Kontaktverbot als Maßnahme zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus vorraussichtlich noch mindestens bis zum 3.

Mai beibehalten werden – auch wenn vielerorts der Ruf nach Lockerungen bereits immer lauter wird.

Doch wie kann eine Normalität wieder hergestellt werden und wie könnte diese aussehen? Forschende der Harvard University veröffentlichten im Wissenschaftsmagazin „Science“ einen Fachbeitrag, der auf verschiedene Szenarien eingeht.

Die „Social Distancing“-Maßnahmen könnten demnach noch einige Jahre andauern.

SARS-CoV-2-Epidemie: Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung bis 2022 notwendig

„Wir haben ermittelt, dass wiederkehrende Ausbrüche von SARS-CoV-2 im Winter wahrscheinlich nach der ersten, schwersten Pandemiewelle auftreten werden”, schreiben die Forschenden.

„Zusätzliche Maßnahmen, einschließlich einer erweiterten Kapazität für die Intensivpflege und eines wirksamen Arzneimittels, könnten den Erfolg einer intermittierenden Distanzierung verbessern und eine Herdenimmunität beschleunigen”, so ihre Einschätzung.

Würden die Maßnahmen wie Ausgangssperren bzw.

Kontaktsperren plötzlich aufgehoben, würde sich die Pandemie sehr wahrscheinlich deutlich verschlimmern, warnen die Forschenden.

Entscheidend sei aber auch die Frage, wie sich die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus mit den wechselnden Jahreszeiten verändern wird.

Zudem bleibe noch immer unklar, welche Immunität bereits infizierte Menschen entwickeln.

Wesentlich sei außerdem die Frage, ob eine Infektion mit den Erkältungsviren der milderen Coronaarten einen Immunschutz gegen den Covid-19 Erreger bilden.

Zweiter Ausbruch im Winter erwartet

Um neue Erkenntnisse zu erlangen, bedienten sich die US-Forschenden computergesteuerter Simulationen, die errechneten, wie sich unter verschiedenen Bedingungen die Pandemie entwickeln könnte.

„Unabhängig von der postpandemischen Übertragungsdynamik von SARS-CoV-2 sind dringend Maßnahmen erforderlich, um die anhaltende Epidemie zu bekämpfen”, mahnen die Forschenden.

Daher seien Simulationen notwendig, um verschiedene Szenarien durchzurechnen.

In einer anderen Modellrechnung kam es zu einem epidemischen Höhepunkt, nachdem 20 Wochen die derzeitigen Maßnahmen fortgeführt wurden.

Die Infektionszahlen stiegen auf das gleiche Niveau, wie bei einer unkontrollierten Ausbreitung.

„Die soziale Distanzierung war so wirksam, dass praktisch keine Bevölkerungsimmunität aufgebaut wurde“, schreiben die Experten zu dieser Modellrechnung.

Social Distancing hätte dann seine Wirkung verfehlt.

Regeln des Social Distancing noch bis 2022?

Neben strikten Ausgangs- und Kontaktsperren könnte eine konsequente Zurückverfolgung von Infiziertengruppen und Quarantänemaßnahmen greifen.

Erfahrungen hierzu wurden 2003 bei der Sars-CoV-1 Ausbreitung gesammelt.

Allerdings sei dies ein kaum zu bewerkstelligendes Szenario, da bereits offiziell über zwei Millionen Menschen weltweit mit dem Virus infiziert sind erläutern die Forschenden.

Wahrscheinlich werde das Virus, ähnlich wie Influenza, ein beständiger Begleiter und sich saisonal weltweit weiter verbreiten.

Damit eine solches Szenario nicht eintritt, müssten theoretisch die soziale Distanzierungsmaßnahmen bis ins Jahr 2022 aufrechterhalten bleiben, schlussfolgern die Forschenden.

Nur wenn die Kapazitäten in den Kliniken deutlich erhöht würden oder ein Impfstoff bzw.

Medikamente zur Behandlung zur Verfügung stünden, könnten die Maßnahmen früher beendet werden.

Allerdings schränken sie ein: „Die Entwicklung und Prüfung von pharmazeutischen Therapien und Impfstoffen kann Monate bis Jahre dauern, so dass nicht-pharmazeutische Interventionen (NPIs) das einzige unmittelbare Mittel zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Übertragung sind.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.

Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

In der Zwischenzeit seien serologische Tests erforderlich, um das Ausmaß und die Dauer der Immunität gegen SARS-CoV-2 zu verstehen, um die postpandemische Dynamik des Virus zu bestimmen.

Eine nachhaltige und umfassende Überwachung wird sowohl kurzfristig erforderlich sein, um zeitweise Maßnahmen zur sozialen Distanzierung wirksam umzusetzen, als auch langfristig, um die Möglichkeit eines erneuten Auftretens einer SARS-CoV-2-Infektion zu bewerten, heißt es in dem Report.

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