Coronavirus-Infektionen: 1,5 Meter Abstand reicht oft nicht aus – Gesundheit

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Da liegt etwas in der Luft: In kleinen Partikeln kann sich das Coronavirus verbreiten.

Schwungvoll und gut sichtbar beim Niesen oder Husten, aber auch eher zaghaft und fürs menschliche Auge kaum sichtbar beim einfachen Sprechen.

So adrett das Coronavirus SARS-CoV-2 in mancher Abbildung wirkt, so unsichtbar ist der Erreger doch für das menschliche Auge.

Was man aber sehen kann, ist der klassische Übertragungsweg: die Tröpfcheninfektion.

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Studien hierzu verbreiten sich schneller als das Virus.

Doch Augenmaß ist gefragt.

Neben regelmäßigem Händewaschen und dem Tragen einer Mund-Nassen-Bedeckung ist es vor allem der 1,5-Meter-Abstand, der Menschen vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 schützen soll.

Doch laut Fachleuten sollte dieser Abstand in vielen Situationen deutlich größer ausfallen.

„Corona-Wolke“: Wie verteilt sich das neuartige Virus?

Forschende aus den USA haben das jüngst per Laserlicht eindrucksvoll dargestellt: Während ein Mann „stay healthy“ („Bleib gesund“) sagt, funkeln grüne Sprenkel vor einem schwarzen Hintergrund.

Trägt der Sprecher eine Maske, ist davon nichts mehr zu sehen.

Wie feucht die Aussprache ist, hänge unter anderem von der Lautstärke und den Lauten ab, erklärt Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann vom Helmholtz Zentrum München und dem Institut für Umweltmedizin an der Technischen Universität München.

Wie andere saisonale Corona-, Grippe- oder Rhinoviren wird auch Sars-CoV-2 klassischerweise per Tröpfcheninfektion übertragen.

Deswegen heißt es: Abstand halten.

Und: Mund-Nase-Schutz.

Feuchte Aussprache fördert die Übertragung

Das th aus dem Englischen wie in „thunderstorm“ (Gewitter) oder Zischlaute eigneten sich wunderbar für Demonstrationen.

Anders ausgedrückt: „Wenn ein Infizierter vor mir steht und thunderstorm sagt, ist die Gefahr groß, mich anzustecken.

Infektionsgefahr in Gebäuden offenbar größer als im Freien
Doch wie weit fliegen diese Tröpfchen? Wie groß ist die Gefahr einer Ansteckung? Und macht es dabei einen Unterschied, ob sich die Menschen in einem geschlossenen Raum befinden oder an der frischen Luft – und in welchem Tempo sind sie da unterwegs sind?

„Zum heutigen Zeitpunkt sind das oft noch Spekulationen“, betont Traidl-Hoffmann.

Eine Studie aus China legt aber nahe, das die Corona-Konzentration innerhalb von Gebäuden meist höher ist als an öffentlichen Plätzen.

So neu das neuartige Coronavirus ist, so frisch, teils ungeprüft und auf kleine Stichproben bezogen sind Untersuchungen und Modelle, die in den vergangenen Tagen veröffentlicht wurden.

Forschende aus den Niederlanden und Belgien haben jüngst Berechnungen aus dem Windkanal publiziert, wonach der empfohlene 1,5-Meter-Abstand bei schnellerer Fortbewegung nicht ausreicht, um allen Tröpfchen zu entgehen.

Auch Bernhard Weigand, der am Institut für Thermodynamik der Luft- und Raumfahrt an der Uni Stuttgart unter anderem zur Tropfendynamik forscht, sagt: „Direkt hinter einem Läufer oder Radfahrer reißt die Strömung ab, da halten sich Partikel in der Luft.

Aber wenn Sie nicht gerade Tour de France fahren, kommen Sie sich gar nicht so nah.

Allerdings sind solche Modellierungen oft recht theoretischer Natur.

Die Macher der Jogging-Studie räumen etwa ein, dass Rücken- und Seitenwind berücksichtigt werden müssten.

Und auch Umweltmedizinerin Traidl-Hoffmann rät, vor allzu überhasteten Reaktionen zu überlegen, was der Einzelne daraus für sich ableiten kann.

Wissenschaftler der finnischen Aalto Universität wiederum visualisierten die Ausbreitung einer Atemwolke, wenn jemand beispielsweise zwischen Supermarktregalen ungeschützt hustet.

Wer mit etwa fünf Stundenkilometern hintereinander her geht, sollte demnach fünf Meter Abstand wahren, Jogger mit Tempo 14,4 sogar rund zehn Meter.

Tekk.tv Gesundheit 

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