Coronavirus: Können Tests sicher eine Infektion erkennen? – Gesundheit

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Viele Menschen schauen auf die Zahl der Corona-Infizierten.

Doch klar ist auch, dass es eine erhebliche Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gibt.

Wie viele Menschen hierzulande haben sich bereits mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert und sind – sehr wahrscheinlich zumindest – immun? Diese Frage ist spannend, doch nicht leicht zu beantworten: Die Analysen dazu haben Tücken.

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Fachleuten zufolge ist die Zahl der Corona-Tests in Deutschland deutlich gestiegen.

Das Bundesinnenministerium hatte schon vor Wochen in einem Strategiepapier vorgeschlagen, noch viel mehr zu testen.

Doch wie sicher können die Tests eine Infektion anzeigen?

Corona-Tests: Wie sicher sind sie wirklich?

Studien in mehreren Regionen Deutschlands sollen einen besseren Überblick verschaffen.

Aus dem Biotechnologie-Zentrum des Pharmakonzerns Roche im oberbayerischen Penzberg kommt nun ein Antikörpertest, der Verwaltungsratspräsident Christoph Franz zufolge weltweit millionenfach Klarheit bringen soll.

Aber weil es keinen in allen Belangen hundertprozentig zuverlässigen Test gibt, sind Ergebnisse solcher Untersuchungen mit Fragezeichen versehen.

„Es gibt einen großen Graubereich“, sagt Antonia Zapf vom Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Hohe Dunkelziffer

Die Zahlen und Studien gäben bisher zwar einen guten Eindruck der Entwicklung.

„Wichtig ist aber zu kommunizieren, dass es Schätzungen sind – nicht die Wahrheit.

Wie zuverlässig ein Test arbeitet, geben Hersteller mit Werten für die Spezifität und Sensitivität an.

Die Sensitivität steht für die Erkennungsrate, also den Prozentsatz der Betroffenen, bei denen die Infektion tatsächlich erkannt wird.

Die Spezifität sagt aus, wie viele Gesunde, die definitiv nicht mit dem Virus infiziert sind oder waren, von dem Test auch tatsächlich als gesund erkannt werden.

Ein Test mit einer Spezifität von 95 Prozent liefert bei fünf von 100 nicht infizierten Menschen fälschlicherweise ein positives Ergebnis.

Ein Test mit einer Sensitivität von 95 Prozent identifiziert 95 von 100 Infektionen und fünf nicht.

Für den Roche-Test Elecsys Anti-Sars-CoV-2 beträgt die Sensitivität nach Angaben des Unternehmens 100 Prozent.

Verwaltungsratspräsident Franz sprach von einem völlig „neuen Qualitätsniveau“.

Unterschieden werden muss bei den Tests ferner, ob es sich um einen Nachweis von Erbgut des Virus Sars-CoV-2 handelt oder um eine Untersuchung auf spezielle Antikörper, die der Betroffene nach einer Infektion mit diesem Virus entwickelt hat.

Für Elecsys Anti-Sars-CoV-2 gibt Roche die Spezifität mit 99,8 Prozent an.

Bei hoher Sensitivität und geringer Spezifität kann es viele falsch-positive Befunde geben.

Spezifität und Sensitivität hingen unter anderem vom verwendetem Genabschnitt oder der Kombination von Genabschnitten ab – aber auch den genutzten RT-PCR-Reagenzien, so das LGL.

Labore arbeiten demnach mit unterschiedlichen Testsystemen und beziehen eigenverantwortlich die dafür benötigten Materialien.

Tests auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörper im Blut wie auch Roches Elecsys Anti-SARS-CoV-2 spielen für die Diagnose einer akuten Infektion keine Rolle, da zwischen Beginn der Symptomatik und der Nachweisbarkeit spezifischer Antikörpern nach RKI-Angaben etwa sieben Tage vergehen, in Einzelfällen mehr.

„Es wurden bisher mehrere unterschiedliche Testsysteme entwickelt, die jeweils bestimmte Genabschnitte des Erregers erkennen“, erläutert das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) dazu.

Für aktuelle Infektionen wird das Coronavirus nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) molekularbiologisch nachgewiesen, indem man etwa in einem Rachenabstrich nach dem Erbgut des Virus sucht (RT-PCR).

Tekk.tv Gesundheit 

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