Coronavirus: Muss die Gesellschaft lernen, damit zu leben? – Gesundheit

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„Wir können nicht erwarten, dass die Pandemie nach sechs Wochen physischer Distanz verschwindet, sondern wir müssen als Gesellschaft nun lernen, mit einem solchen gefährlichen Virus zumindest für die absehbare Zukunft – zum Beispiel bis wir eine Impfung haben – zu koexistieren“, betont die Expertin.

„Schutzmaßnahmen, Impfungen aber vor allem ein robustes Gesundheitssystem ermöglichen eine Koexistenz mit SARS-CoV-2“, betont Prof.

Beisel in einer aktuellen Mitteilung der Universität Bayreuth.

Doch seien wir noch nicht gewohnt, mit diesem Virus zu koexistieren.

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Die grundlegende Lektion sei, „dass uns allen der hohe gesellschaftliche Wert eines robusten, öffentlich finanzierten und breit aufgestellten Gesundheitssystems vor Augen geführt wird“.

Nur so könne eine möglichst schadenfreie Koexistenz mit gefährlichen Organismen wie Viren erreicht werden.

Viele sehnen sich nach einem Ende der Corona-Krise und hoffen auf einen baldige Rückkehr zur Normalität.

Verschwinden wird das neue Coronavirus jedoch nicht ohne weiteres und daher gilt es laut der Expertin Prof.

Dr.

Uli Beisel von der Universität Bayreuth, mit dem Virus leben zu lernen.

Das Schlüsselwort laute Koexistenz.

Koexistenz eine Errungenschaft

COVID-19: Lernen mit dem Corona-Virus zu leben

So werde das Virus wohl unter uns bleiben, nur seine Existenz werde gegebenenfalls weniger sichtbar, „weil uns die biomedizinische Infrastruktur aus Krankenhäusern, Krankenpflegern, Krankenversicherungen usw.

mit Hilfe einer Impfung schützt.

“ Dass Koexistenz kein harmonischer Prozess sondern eine wortwörtliche Errungenschaft der Gesellschaft ist, könne man durch das SARS-CoV-2 Virus anschaulich beobachten.

Es ist vor allem eine bemerkenswerte Leistung der Biomedizin in der westlichen Moderne, dass die Koexistenz mit Viren, Bakterien und Parasiten normalerweise verhältnismäßig wenige Todesopfer fordert, betont Prof.

Beisel.

Dies sei jedoch auch „eine Balance, die fragil bleibt und – wie Ökologen zurecht warnen – mit schwindender Biodiversität wohl auch zunehmend anfälliger werden wird.

Das Virus wird nicht einfach verschwinden

Eine öffentliche, breit aufgestellte und finanziell gut ausgestattete Gesundheitsversorgung ist daher laut Aussage der Expertin ein entscheidender Faktor, um die Koexistenz mit Krankheitserregern wie dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu ermöglichen.

„Aus sozialwissenschaftlicher Sicht kann ich hier nur hinzufügen, dass die Veränderungen im Sozialleben uns wohl länger begleiten und unsere Gesellschaften prägen werden“, so Prof.

Beisel weiter.

Es gelte jetzt, soziale Nähe unter Bedingungen von physischer Distanz in der Gesellschaft neu zu erfinden, um mit dem Corona-Virus leben zu lernen.

Bezüglich der Mobilitätsbeschränkungen erklärte die Expertin, dass hier auch negative Auswirkungen auf den Verlauf einer Epidemie drohen, da beispielsweise wichtige Ressourcen aus anderen Bereichen abgezogen werden und hierdurch der Fluss von Medikamenten, Schutzkleidung und medizinischem Personal beeinträchtigt werden könne.

(fp)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.

Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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