COVID-19: Nierenwerte geben Ausblick auf den Krankheitsverlauf – Gesundheit

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Laut der DGfN wurde bereits eine Studie zur Validierung dieser ersten Daten angestoßen.

Diese Erkenntnis hätte auch eine therapeutische Konsequenz und könnte gezielt COVID-19-Hochrisikopatientinnen und -patienten einer prophylaktisch Therapie zuführen und damit Leben retten.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.

V.

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(DGfN) in einer aktuellen Mitteilung schreibt, stellte eine vergangene Woche in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichte „Correspondence“ die durch erste Daten begründete Hypothese auf, dass einfache Nierenparameter den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung vorhersagen können.

Zu Beginn der Pandemie wurde das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 häufig auch als Atemwegsvirus bezeichnet.

Doch inzwischen haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass es sich bei dem Erreger um ein „Multiorganvirus“ handelt, das viele Organe befällt – unter anderem die Nieren.

Fachleuten zufolge könnten die Nierenwerte auch als Seismograf für den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung dienen.

Nierenwerte können den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung vorhersagen

„Die Nephrologie leistet mit dieser Studie einen wichtigen Beitrag für die SARS-CoV-2-Erforschung.

Die Hoffnung ist, dass die Ergebnisse vor der prognostizierten zweiten Infektionswelle im Herbst vorliegen.

Wie die Fachgesellschaft erklärt, zeigen mehrere Studien, dass es bei Patientinnen und Patienten, die an COVID-19 erkranken, oft schon frühzeitig im Verlauf zu einer Nierenbeteiligung kommt, das heißt zu einer Albuminurie (und/oder Hämaturie).

Hoffnung auf Ergebnisse vor der zweiten Infektionswelle

Eine chinesische Studie, die Ende April in der Fachzeitschrift „JASN“ („Journal of the American Society of Nephrology“) publiziert wurde, kam zu dem Ergebnis, das die Nierenbeteiligung bei COVID-19-Patientinnen und -Patienten das Outcome der neuartigen Viruserkrankung dramatisch verschlechtert und die Mortalität um den Faktor 10 erhöht (1,25 Prozent der Erkrankten ohne Nierenbeteiligung verstarben vs.

11,2 Prozent der Erkrankten mit Nierenbeteiligung).

Bislang war laut einer anderen Studie nur das Auftreten eines akuten Nierenversagens (AKI) als unabhängiger Prädiktor für die Mortalität bekannt, doch wie es scheint, sind bereits frühe Zeichen einer Nierenbeteiligung wie Eiweißverlust im Urin, Eiweißreduktion im Blut sowie der Verlust von Antithrombin III prognostisch bedeutsam.

Der Handlungspfad wurde Anfang Mai im renommierten Fachmagazin „The Lancet“ als „Correspondence“ publiziert.

Eine große Beobachtungsstudie, an der sich mehrere Universitätskliniken beteiligen, ist angelaufen.

Diese Erkenntnis machte sich ein nephrologisches Forschunsgteam der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zunutze und entwickelte einen Therapiepfad, um anhand der „Nierenwerte“ Risikopatientinnen und -patienten für einen schweren COVID-19-Verlauf zu stratefizieren und frühzeitig intensiviert zu behandeln.

Beide lebensbedrohlichen Krankheitsbilder kennt jede Nephrologin und jeder Nephrologe von Patientinnen und Patienten mit nephrotischen Syndrom.

„Durch eine prophylaktische Therapie können wir diesen beiden Komplikationen, die vielen COVID-19-Patienten das Leben kosten, gezielt entgegenwirken, und zwar durch eine Entwässerungstherapie sowie durch eine intensivierte Antikoagulation“, sagt der Göttinger Nierenexperte.

Diese neue Erkenntnis habe auch therapeutische Konsequenz: Ein Mangel an Eiweiß im Blut kann zu einer sogenannten „Wasserlunge“ führen, ein Mangel an Antithrombin-III zu Thrombembolien wie den gefürchteten Lungenembolien.

„Unsere Kernparameter zur Risikoeinschätzung sind Eiweiß im Blut, Eiweiß im Urin und Serum-Antithrombin-III – bereits zwei dieser drei Parameter erhöhen das Risiko der Patienten relevant, intensivpflichtig zu werden“, so Prof.

Dr.

Oliver Gross, Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der UMG.

Tekk.tv Gesundheit 

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