Ernährung: Diese Fettsäuren verursachen chronische Entzündungen im Darm – Gesundheit

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Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind ein zunehmend verbreitetes Beschwerdebild, dessen Ursachen bislang immer noch unklar bleiben.

„Zwar gibt es ca.

300 identifizierte genetische Varianten, welche das Risiko für die Entwicklung einer CED beeinflussen, trotzdem kann die Genetik nur einen geringen Teil der Erkrankungen erklären“; berichtet das Innsbrucker Forschungsteam.

„Die Inzidenz chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED) ist in den letzten Jahren stark angestiegen“ und „neben genetischen Komponenten wird der westlichen Ernährung eine zentrale ursächliche Rolle zugeschrieben“, berichtet die Medizinische Universität Innsbruck in einer Mitteilung zu den neuen Studienergebnissen.

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Im Rahmen der Studie haben die Forschenden nach möglichen Ursachen für die negativen Auswirkungen der westlichen Ernährung gesucht und dabei die mehrfach ungesättigte Fettsäuren als Auslöser von Entzündungsreaktionen im Darm identifiziert.

Immer mehr Menschen leiden an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wobei der Ernährung in den modernen Industrienationen dabei eine wesentliche Rolle zugeschrieben wird.

Laut einer aktuellen Studie von Forschenden an der Medizinischen Universität Innsbruck scheinen insbesondere die mehrfach ungesättigten Fettsäuren bei der sogenannten westliche Ernährung die Entzündungsreaktionen im Darm zu fördern.

Westliche Ernährung mit negativen Auswirkungen

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit negativer Wirkung im Darm

Es wird auch ein starker Zusammenhang mit der Ernährungsweise vermutet und insbesondere die westliche Ernährung als möglicher Auslöser benannt.

Denn „Migrationsstudien haben offengelegt, dass die westliche Ernährung einen zentralen Platz bei der Entstehung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen einnimmt“, berichtet der Experte für Darmerkrankungen, Herbert Tilg, von der Medizinischen Universität Innsbruck.

Beispielsweise habe sich die niedrige CED-Rate von Japanern, die vor rund 20 Jahren in die USA auswanderten, bereits nach einigen Jahren der nordamerikanischen Bevölkerung angepasst.

Welche einzelnen Bestandteile der westlichen Ernährung als Ursache für die chronischen Darmentzündungen in Betracht kommen, haben die Forschenden nun genauer untersucht.

Dabei war die komplexe Zusammensetzung der Ernährung für die Ursachenforschung jedoch eine große Herausforderung.

Das Forschungsteam hat daher auf der Suche nach entzündlichen Nahrungsbestandteilen einen neuen Ansatz verfolgt.

Ursachen der Erkrankungen unklar

„Wir haben für unsere Untersuchungen im Labor eine Diät zusammengestellt, die der Zusammensetzung einer westlichen Ernährungsweise entspricht.

Dabei wurden nicht nur gesättigte Fettsäuren, sondern auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die gehäuft in Fleisch, verschiedenen Ölen und Eiern vorkommen, in einer Diät angereichert und Labormäusen über drei Monate gefüttert“, berichtet Timon Adolph von der Medizinischen Universität Innsbruck.

So konnte das Forschungsteam nachweisen, „dass insbesondere mehrfach ungesättigte Fettsäuren eine Entzündungsreaktion im Darm hervorrufen, welche dem Bild eines Morbus Crohn beim Menschen ähnelt.

“ Die Forschenden begründen dies mit den Einfluss der mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf das Enzym GPX4 (Glutathione Peroxidase 4).

Das Enzym schütze die Darmepithelzellen vor oxidativem Stress an Membranlipiden und verhindere so das Auslösen einer Entzündungsantwort, doch werde es durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren in seiner Aktivität gehemmt.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.

Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Der Nachweis, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren Auslöser einer Darmentzündung sein können, hat besondere Tragweite, da diese Fettsäuren bisher als eher gesund galten und teilweise in Lebensmitteln extra angereichert oder sogar als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Zwar müssen die Ergebnisse aus den Versuchen an Mäusen nun noch an Menschen überprüft werden, sollten sie sich bestätigen, würde dies den Blickwinkel auf die mehrfach ungesättigten Fettsäuren jedoch deutlich ändern.

(fp)

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