#Faktenfuchs: Die Thesen des Corona-Youtubers Bodo Schiffmann – Top News

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Die täglichen Videos von Schiffmann werden zu hunderttausenden auf YouTube abgerufen und unter anderem auf dem Telegram-Kanal der Gründer von Widerstand 2020 geteilt.

Darin vermischt Bodo Schiffmann Berichte über die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen, Thesen zur medizinischen Einordnung von Covid-19 und Kommentare zur politischen Diskussion um Corona-Maßnahmen.

Er bezweifelt, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie gerechtfertigt waren, und sammelt Berichte, Statements und Untersuchungen, die diese These stützen.

Eine Stimme derer, die mit den Anti-Corona-Maßnahmen unzufrieden sind: der Arzt Bodo Schiffmann aus Sinsheim.

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Seit März veröffentlicht der Mitgründer von “Widerstand2020” regelmäßig Videos.

Ein #Faktenfuchs zu seinen zentralen Behauptungen.

Bodo Schiffmann zählt seit Monaten zu den am häufigsten genannten Namen, wenn es um die Kritik an den Corona-Entscheidungen von Bund und Ländern geht.

Der Arzt ist mit seinen täglichen YouTube-Videos zu einer viel gehörten Stimme derer geworden, die mit den Anti-Corona-Maßnahmen unzufrieden sind.

Er betreibt eine HNO-Praxis in Sinsheim in Baden-Württemberg und ist auf die Behandlung von Schwindelpatienten spezialisiert.

Seit März veröffentlicht er regelmäßig Videos auf Youtube, in denen er die Anti-Corona-Maßnahmen kritisiert.

Und er ist Mitgründer von “Widerstand 2020”.

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Bodo Schiffmann betont in seinem täglichen Blick auf die Entwicklung der Infektions- und Todeszahlen explizit: Das seien Menschen, die mit und nicht an Covid-19 gestorben seien.

Schiffmanns Tonfall suggeriert oft, die Mehrheit der Verstorbenen sei gar nicht ursächlich an Covid-19 gestorben.

Dass es sich also vor allem um gebrechliche und mit erheblichen Vorerkrankungen belastete Personen handle, die eigentlich an ihrer Grunderkrankung gestorben seien.

Die Formulierung “gestorben mit Covid-19” ist bezogen auf die Zählweise des Robert-Koch-Institutes richtig.

Doch daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, die Patienten wären ohne Covid-19-Erkrankung ohnehin bald verstorben.

Sars-Cov-2 und Influenza-Virus

Covid-19 als Todesursache

Spekulationen um unzuverlässige Corona-Tests

Das Video aus Tansania zu positiven Papayas

Schlussfolgerung aus Papier von Dr.

Quak

Fazit

Eine seiner Hauptthesen ist, Covid-19 sei nicht gefährlicher als eine Grippe-Erkrankung.

Inwiefern diese beiden Erkrankungen vergleichbar sind, war vor allem auch in den Anfangszeiten der Pandemie immer wieder eine Diskussion unter Virologen, die wir in einem Faktenfuchs schon darstellten.

Aktuell hält die Mehrheit der Virologen das Sars-Cov-2-Virus für bedrohlicher als das Influenza-Virus, auch weil das Immunsystem der Menschen auf dieses neue Virus nicht vorbereitet ist und weil es – anders als beim Influenza-Virus – noch keine Impfung dagegen gibt.

In dieselbe Richtung weisen Untersuchungen aus Italien, wo Statistiker die aktuelle Sterblichkeit in der Lombardei und anderen von der Corona-Epidemie betroffenen Regionen untersuchten.

Sie kamen zu dem Schluss, dass zwischen dem 21.

Februar und dem 21.

März, als sich das Coronavirus in Norditalien rasant verbreitete, in der Lombardei rund doppelt so viele Menschen starben wie sonst zu dieser Jahreszeit.

Eine Stimme derer, die mit den Anti-Corona-Maßnahmen unzufrieden sind: der Arzt Bodo Schiffmann aus Sinsheim.

Seit März veröffentlicht der Mitgründer von “Widerstand2020” regelmäßig Videos.

Ein #Faktenfuchs zu seinen zentralen Behauptungen.

Das aber versuchten Forscher in Schottland und ein Investigativ-Team des NDR mit Hilfe von allgemeinen Sterbedaten abzuschätzen.

Die schottischen Forscher berechnen auf Basis von Daten aus Italien und Großbritannien, dass die Verstorbenen ohne Corona im Schnitt 12 bis 14 Jahre länger gelebt hätten.

Deren Analysemethoden übertrug ein Journalisten- und Rechercheteam des NDR auf Deutschland und kam zu dem Schluss, dass Verstorbene hierzulande im Schnitt neun Jahre Lebenszeit verloren – auch wenn man den Einfluss von Vorerkrankungen mit einbezieht.

Die Frage, wie sehr Covid-19 das Leben der Patienten verkürzt, ist bisher ungeklärt.

Klar ist: Vorerkrankungen spielen eine große Rolle.

Das arbeitete für Deutschland unter anderem auch eine Untersuchung Hamburger Rechtsmediziner heraus, auf erste Berichte dazu bezog sich auch Bodo Schiffmann.

Von den 100 obduzierten Verstorbenen litt die Mehrheit unter einer Vorerkrankung wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Lungenerkrankungen, Diabetes, schweres Übergewicht oder auch Krebs.

Zur Frage, ob die Patienten durch Covid-19 deutlich früher verstarben, als es sonst – nur mit ihrer eigentlichen Vorerkrankung – der Fall gewesen wäre, macht die Untersuchung allerdings keine Aussage.

Schiffmann betont in jedem seiner Videos, er bemühe sich um Objektivität und wisse, dass er auch Fehler mache.

Allerdings verbreitet er oft Aussagen, die vor allem Spekulationen nähren.

Zum Beispiel zur Zuverlässigkeit der sogenannten PCR-Tests, mit denen überall auf der Welt Infektionen mit Sars-Cov-2 nachgewiesen werden.

Auf seinem Kanal teilt Schiffmann ein Video, das den Präsidenten von Tansania bei einer Rede zeigt: Der Präsident vermutet laut englischer Übersetzung, jemand treibe ein “schmutziges Spiel mit den Tests”.

In seinem Auftrag habe die Regierung Sars-Cov-2-Abstriche bei Ziegen, Schafen, Vögeln, Papayas und Motoröl gemacht und diese bei medizinischen Laboren zur Auswertung eingereicht.

Mehrere dieser Proben seien positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden, zum Beispiel die Probe einer Papaya, einer Ziege und eines Kware-Vogels.

Die Botschaft scheint klar: Den PCR-Tests könne man nicht trauen, entweder ergäben sie zufällig falsche Ergebnisse oder es seien verunreinigte Tests im Umlauf.

Dieses Video aus Tansania zitiert Schiffmann auch in seinen eigenen Videos immer wieder.

Als Beleg für eine mögliche Unzuverlässigkeit von PCR-Tests taugt das Video allerdings nicht, denn zu den Umständen der angeblichen Tests gibt es keine Information.

Die Weltgesundheitsorganisation kommentierte den Vorgang umgehend.

Die Afrika-Leiterin der WHO, Matshidiso Moeti, bekräftigte: “Wir sind überzeugt, dass die Tests, die gestellt wurden und die auf dem internationalen Markt sind, (.

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) nicht mit dem Virus kontaminiert sind.

#Faktenfuchs: Die Thesen des Corona-Youtubers Bodo Schiffmann

Labormediziner in Deutschland verweisen auf eigene Versuche zur Zuverlässigkeit von PCR-Tests.

“Der Versuch hat sich damit befasst, wie gut sind die Testsysteme für die PCR-Diagnostik in Deutschland, sind sie ausreichend empfindlich und ausreichend spezifisch.

Da kann man sehen, dass die Testergebnisse für diesen Versuch außerordentlich gut sind”, sagte Michael Müller von den Akkreditierten Laboren in der Medizin e.

V.

und bestätigte, was auch schon eine ältere Recherche der Faktenchecker von Correctiv ergab.

Das Paul-Ehrlich-Institut, in Deutschland zuständig für die Zulassung von Medizinprodukten, teilt im Zusammenhang mit dem Video aus Tansania mit, dass falsch positive Ergebnisse vor allem durch Fehler und unsauberes Arbeiten im Labor entstehen.

Allerdings sind sogenannte falsch-positive Ergebnisse bei diesen Tests eher ein theoretisches Problem, sie könnten entstehen, wenn ein Mensch mit dem alten SARS-Virus infiziert ist – das aber kursiert seit 16 Jahren nicht mehr, wie Christian Drosten von der Berliner Charité in einem NDR-Podcast erläutert.

Der Hinweis auf die statistischen Probleme belegt also nicht die Unzuverlässigkeit der Tests an sich.

Auf solche Aussagen und Versuchsreihen geht Bodo Schiffmann in seinen Videos allerdings nicht ein, sondern gibt den Zweifeln an PCR-Tests mit Hilfe eines anderen Papiers Nahrung: Er zitiert eine Berechnung, die ein Arzt aus Fürstenfeldbruck bei München zum sogenannten “positiven Vorhersagewert” anstellte, Dr.

Thomas Quak.

Darin geht es um einen statistischen Effekt, der eintritt, wenn bei einem Massenscreening fast nur Gesunde auf aktuelle Sars-Cov-2-Infektionen getestet werden.

Selbst wenn PCR-Tests nur eine sehr geringe Fehlerquote haben, dann käme bei Massenscreenings eine relevante Zahl falsch positiver Ergebnisse zustande, dann würden Gesunde fälschlicherweise als infiziert eingestuft.

Darauf weist das Papier hin.

Bodo Schiffmann vermischt in seinen Videos nüchterne Informationen – wie den Stand der aktuellen Infektionszahlen – mit diffusen Andeutungen.

Er formuliert medizinisch relevante Fragen wie die Frage nach verlorener Lebenszeit oder Zuverlässigkeit von Testsystemen, aber beantwortet sie nicht gemäß der verfügbaren Quellen.

Damit gibt er fragwürdigen Spekulationen Raum.

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