#Faktenfuchs: Was hat Luftverschmutzung mit Corona zu tun? – Top Meldungen

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Forscher vermuten einen Zusammenhang von Luftverschmutzung und dem Verlauf von Lungenkrankheiten bei Covid-19-Patienten. Es könnte eine Erklärung für die hohe Todesrate in Norditalien sein. Ein #Faktenfuchs zum Stand der Erkenntnisse.

Die Karte der Europäischen Umweltagentur EEA ist eindeutig: Italien hat im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten die am stärksten belastete Luft. Vor allem die Region Norditalien, die besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen ist, hat eine historisch hohe Luftverschmutzung aufzuweisen. Die EEA nimmt für ihre Berechnung der Luftverschmutzung Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub und bodennahes Ozon zusammen – alles Faktoren, die im stark industrialisierten und eng besiedelten Norden Italiens zu finden sind.

Für manche Forscher liegt darin ein möglicher Grund, dass viele Krankheitsverläufe in Norditalien tödlich enden: Die Vorbelastung durch verschmutzte Luft könnte Auswirkungen auf die Patientinnen und Patienten haben, sagt der Harvard-Mediziner Aaron Bernstein in einem Interview mit der LA Times.

Zwar lägen noch keine Forschungsergebnisse zu Covid-19 und Luftverschmutzung vor, es sei jedoch naheliegend, dass es eine Verbindung geben könnte, da “die überwältigende Mehrheit der Studien beweist, dass Luftverschmutzung eine große Rolle dabei spielt, ob eine pneumatische Erkrankung mild oder schwer verläuft”.

Auch der Berliner Virologe Christian Drosten wird in seinem NDR-Podcast (Folge 18) auf eine mögliche Verbindung von Luftverschmutzung und Lungenkrankheiten angesprochen. Drosten sagt, dass “einiges darüber spekuliert werde”, dass aber weitere Korrelationen (wechselseitige Beziehungen) ebenfalls zu berücksichtigen seien – wie beispielsweise das Rauchen. So sei für Drosten eine mögliche Erklärung dafür, dass in China mehr Männer als Frauen an Covid-19 erkrankt sind, darauf zurückzuführen, dass “in China vor allem die Männer rauchen”. Das belegen erste Studien aus China.

Hinzu kommen weitere Risikofaktoren, die laut der amerikanischen Forscherin Sabra Klein von der Johns Hopkins University dazu führten, dass Männer ebenfalls als eigene Risikogruppe zu betrachten sind – genau wie ältere Menschen. Laut Klein sind aktuell 58 Prozent aller Coronapatienten männlich. In Italien machen laut der italienischen Gesundheitsbehörde “Istituto Superiore di Sanità” Männer rund 70 Prozent aller Verstorbenen aus.

Fazit: Es gibt Hinweise darauf, dass eine vorgeschädigte Lunge (entweder durch Rauchen oder durch Luftverschmutzung) im Verlauf einer Covid-19-Erkrankung negative Auswirkungen auf den Verlauf haben könnte. Darüber hinaus sind Männer als eigene Risikogruppe zu betrachten, da sie deutlich häufiger durch den neuartigen Corona-Virus erkranken und auch sterben.

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