Hilferuf der Spargelbauern: Erntehelfer und Nachfrage fehlen – Top Meldungen

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Die Spargelsaison in Oberbayern, Schwaben und Niederbayern hat begonnen. Heuer haben die Landwirte mit den Folgen von Corona zu kämpfen. Es fehlt an Erntehelfern, zudem sind die Bestellungen aus der Gastronomie weggebrochen. Eine schwierige Lage.

Frühling ist Spargelzeit – in diesem Jahr steht die Ernte des edlen Gemüses jedoch unter keinem guten Stern. Das Coronavirus macht den Spargelbauern das Leben schwer.

Seit einigen Tagen werden die ersten Stangen des weißen Gemüses gestochen. In diesem Jahr fehlt es aber wegen Corona an Erntehelfern, zudem sind die Bestellungen aus der Gastronomie weggebrochen, so der Spargelerzeugerverband Südbayern in Schrobenhausen.

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Um die fehlenden Saisonarbeiter aus Rumänien ersetzen zu können, hat der Verband eine Hotline eingerichtet, unter der sich Interessenten melden können. Es hätten schon viele Leute angerufen, sagt Strobl. Köche zum Beispiel, Golfkeeper und Landschaftsgärtner. Um auf dem Feld arbeiten zu können, müssten sie aber angelernt werden. Deswegen sei es nicht praktikabel, Spargel wie Erdbeeren zum Selberernten anzubieten. Erdbeeren ließen sich leicht pflücken, beim Spargelstechen könne man einiges falsch machen und Schaden anrichten.

So sieht es auch Spargelbauer Hans Gänger aus Aholfing (Kreis Straubing-Bogen). Niederbayern gehört neben dem Grenzgebiet zwischen Schwaben und Oberbayern zu den großen Spargelregionen im Freistaat. Er hofft, dass es seinen erfahrenen Erntehelfern aus Rumänien doch noch möglich gemacht werde, einzureisen. Normalerweise beschäftige er 240 Saisonarbeiter. Bislang seien 100 Helfer da. Weil sie nicht mit dem Bus durch Ungarn hätten fahren können, habe er ihnen Flüge gebucht. Weitere Flüge seien inzwischen gestrichen worden.

Spargelbauer Gänger hat für die nächsten zwei Wochen ausreichend Helfer, wie er sagt. Wenn es dann aber wärmer werde und die Arbeit richtig losgehe, fehlten ihm Leute.

Denn aufgrund der Schließungen in der Gastronomie breche dort der Absatz weg. An die Erdbeersaison will er noch gar nicht denken.

Strobl fürchtet zudem, dass auch weniger Privatleute Spargel kaufen. Vielen Menschen fehlten Einkünfte, so dass sie möglicherweise beim Spargelkauf sparen. „Das ist nun einmal ein teureres Gemüse.“, so Strobl. Auf den Preis soll sich die schwierige Lage jedoch nicht auswirken.

Sowohl Strobl als auch Gänger fordern die Politik auf, den Spargelbauern zu helfen. Auch der Bayerische Bauernverband (BBV) äußert sich besorgt. Zu dem vom Bundesinnenministerium angeordneten Einreiseverbot für Saisonarbeiter sagte BBV-Präsident Walter Heidl: “Bäuerinnen und Bauern tun im Moment alles dafür, damit die Lebensmittelversorgung gesichert ist.” Der Einreisestopp werde zu riesigen Problemen im Obst- und Gemüsebau führen und müsse aufgehoben werden. Was jetzt nicht angebaut werde, könne auch nicht geerntet werden.

Spargel zählt flächenmäßig zu den bedeutendsten Gemüsekulturen in Bayern. 2019 wurden laut Landwirtschaftsministerium auf 3.444 Hektar Spargel erzeugt. 513 Spargelanbaubetriebe ernteten im Durchschnitt 6,7 Tonnen pro Hektar und fuhren insgesamt eine Erntemenge von 23.354 Tonnen Spargel ein. Im Schnitt isst jeder Deutsche pro Jahr 1,4 Kilogramm des weißen Gemüses.

Fast 50 Prozent der Anbauflächen im Freistaat liegen den Angaben nach in Schwaben und Oberbayern, etwa um Schrobenhausen und Pfaffenhofen. Mit 24 Prozent der Anbaufläche folgt Niederbayern. Hier sind die Regionen um Kelheim und Straubing stark. Weitere Spargelbauern gibt es auch in Franken.

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