Kita-Betreuung in Corona-Zeiten: Normalbetrieb nicht leistbar – Top News

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In Bayern können nach Lockerungen in der Corona-Krise wieder mehr Kinder in die Notbetreuung an Kitas gehen.

Manche Erzieherinnen stoßen derzeit an ihren Grenzen, an einen Normalbetrieb sei nicht zu denken.

Das zeigt ein Beispiel aus Nürnberg.

Der Satz “Kitas haben zu” ärgert Mareike Eichhorn jedesmal.

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Sie ist die Leiterin im Kindergarten Pumuckl-Haus in der Nürnberger Südstadt und hatte eigentlich nie geschlossen.

Die Erzieherin darf Kinder nur in einer Notbetreuung aufnehmen.

Anfangs für Eltern, die beide in systemrelevanten Berufen arbeiten, mittlerweile reicht es aus, wenn nur ein Elternteil einer solchen Arbeit nachgeht.

“Aber dann auch nur, wenn im Haushalt keine andere erwachsene Person das Kind betreuen kann”, erklärt die Erzieherin.

Das hat das Jugendamt so vorgeschrieben und muss auch entsprechend beantragt werden.

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Bringzeit unter besonderen Voraussetzungen

Zwei Gruppen, zwei Farben

Arbeiten ohne Maske und Abstand

Zur Zeit keine Chance auf Normalbetrieb

Kurzarbeit auch in der Kita möglich

Ab 7.

30 Uhr ist Bringzeit im Pumuckl-Haus in Nürnberg.

Nur ein Elternteil darf den Kindergarten wegen der Schutzmaßnahmen betreten.

Deswegen geht Dae Kyu Cha mit seiner Tochter erst einmal am Zimmer der Blauen Gruppe vorbei bis ans andere Ende des Ganges.

Dort ist der Waschraum.

Denn für die beiden heißt es erst einmal: ausgiebig Händewaschen.

Danach muss Dae Kyu Cha schnell durch den Hinterausgang gehen, um möglichst wenig Kontakt zu anderen zu haben.

Vier Wochen war seine Tochter Juah mit den Eltern allein zuhause.

Nun darf sie in die Notbetreuung kommen, erklärt ihr Vater.

Mehrmals am Tag waschen die Erzieherinnen zusammen mit den Kindern die Hände.

Vor dem Essen, nach dem Essen.

Die jeweiligen Kinder aus den Gruppen sollen sich dabei, wenn möglich, nicht begegnen.

Die Erzieherinnen sind jeweils den Gruppen fest zugeordnet, sollen sich nicht abwechseln oder vertreten.

Auch den Außenbereich des Pumuckl-Hauses benutzen die Gruppen nacheinander, nie gemeinsam.

In Bayern können nach Lockerungen in der Corona-Krise wieder mehr Kinder in die Notbetreuung an Kitas gehen.

Manche Erzieherinnen stoßen derzeit an ihren Grenzen, an einen Normalbetrieb sei nicht zu denken.

Das zeigt ein Beispiel aus Nürnberg.

Das Pumuckl-Haus hat zwei Gruppen, die blaue und die grüne Gruppe.

Zwei Erzieherinnen kümmern sich pro Gruppe dabei um bis zu fünf Kinder.

In der grünen Gruppe verabschiedet Jennifer Schall ihren Sohn Elay.

Nach einer innigen Umarmung schickt sie ihren Sohn in den Gruppenraum.

Die Mutter ist selbst Erzieherin und freut sich über die Unterstützung in der Kita.

Erzieherinnen arbeiten mit erhöhtem Risiko, das ist allen bewusst.

Das Tragen von Masken ist in der Kita aber so gut wie unmöglich.

Denn die Kinder brauchen die Mimik des ganzen Gesichts.

Auf das gemeinsame Frühstück wollen sie auch nicht verzichten.

Und Abstand halten – das funktioniert nur in der Theorie, erklärt die Erzieherin Nesly Baki.

Kita-Betreuung in Corona-Zeiten: Normalbetrieb nicht leistbar

Die Erzieherinnen sind jetzt schon an ihren Grenzen, zum Teil können Kolleginnen aus gesundheitlichen Gründen nicht eingesetzt werden.

Die Kitas wieder für mehr oder gar alle Kinder zu öffnen, kann sich die Kindergarten-Leiterin Mareike Eichhorn hier momentan nicht vorstellen.

Und dann droht den Erzieherinnen vielleicht sogar noch Kurzarbeit.

Denn den Trägern naht ein großes Defizit, wenn Eltern ihre Zahlungen einstellen und der Staat nur einem Teil davon ersetzt.

Das größte Einsparpotenzial böten dann die Personalkosten.

Weniger Erzieherinnen für mehr Kinder – diese Gleichung ginge dann aber im Alltag gar nicht mehr auf.

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