Oberammergauer Passionsspiele werden auf 2022 verschoben – Top Meldungen

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Nach Einschätzung des zuständigen Gesundheitsamtes können die weltberühmten Oberammergauer Passionsspiele “bis in den Herbst hinein” nicht stattfinden. Daher hat sich die Gemeinde entschlossen, auf das Jahr 2022 auszuweichen.

Es war absehbar, dass dieser “Fahrplan” nicht einzuhalten war: Mitten in der Corona-Krise hätten in Oberammergau die Endproben für die Passionsspiele stattfinden sollen, die Premiere war für den 16. Mai vorgesehen. Inzwischen liegt eine Entscheidung des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen vor. Demnach sei es nach einer “Risikoeinschätzung” nicht möglich, tausende von Zuschauern und hunderte von Mitwirkenden ins Passionsspielhaus zu lassen.

Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung: “Es ist zwar davon auszugehen, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder zurückgefahren werden können, wenn die exponentielle Zunahme an Infizierten unterbrochen werden kann. Jedoch werden wir noch über einen langen Zeitraum ein hohes Risiko haben, dass immer wieder Infektionen auftreten werden. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schon eindeutig vorherzusagen, dass eine Veranstaltung in der Größenordnung der Passionsspiele nicht durchführbar ist. Das Risiko ist zu hoch, dass neue Infektionsketten entstehen.”

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Eine Verschiebung der Passionsspiele um einige Monate halten die Verantwortlichen bei der jetzigen völlig unklaren Lage in der Corona-Krise für “nicht tragbar”. Die Inszenierung könne nicht fertiggestellt werden, “ohne die Mitwirkenden und die Gäste zu gefährden”.

Wie der Veranstalter, die Gemeinde Oberammergau, mitteilte, können bereits erworbene Karten voraussichtlich ab 6. April eingetauscht werden gegen Tickets für die Saison 2022. Auch eine Stornierung und Rückerstattung soll möglich sein. Bis zum 4. Oktober waren insgesamt 103 Aufführungen mit jeweils maximal 4500 Zuschauern geplant. Die Rückabwicklung der Kartenverkäufe dürfte also mit enormem Aufwand verbunden sein, vom wirtschaftlichen Schaden abgesehen.

Allerdings fallen die Passionsspiele nicht zum ersten Mal aus. 1770 waren sie behördlicherseits verboten worden, 1940 konnten sie kriegsbedingt nicht durchgeführt werden, 1920 wurden sie wegen der Spätfolgen des Ersten Weltkriegs ebenfalls um zwei Jahre verschoben.

Die Tradition der Aufführungen reicht bis 1633 zurück. Damals legten die Oberammergauer während einer Pestepidemie mitten im Dreißigjährigen Krieg ein Gelübde ab, wonach sie alle zehn Jahre die Passion auf die Bühne bringen wollten, wenn “niemand mehr an der Pest” sterben würde.

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Früherer Termin “nicht tragbar”

Umtausch oder Erstattung von Karten möglich

Nicht die erste Verschiebung der Passionsspiele

Oberammergauer Passionsspiele werden auf 2022 verschoben

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