SPD: Bayern muss bei Kita-Öffnungen vorangehen – Top News

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Die Interessen und Rechte von Kindern wurden den beiden SPD-Abgeordneten zufolge bisher “massiv vernachlässigt”.

Kinder bräuchten für ihre Entwicklung und psychische Gesundheit dringend Umgang mit Gleichaltrigen.

“Sie haben ein Recht auf Bildung und Förderung.

” Und Eltern bräuchten dringend Entlastung.

“Das kommt im Moment viel zu kurz.

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Nach der Empfehlung der Familienminister von Bund und Ländern zum Wiedereinstieg in die Kinderbetreuung mahnen bayerische SPD-Politiker ein schnelles Handeln der Staatsregierung an.

Auch der Deutsche Kitaverband sieht Handlungsbedarf.

Einen “behutsamen Wiedereinstieg” in die Kinderbetreuung fordern die Familienminister von Bund und Ländern – aus “bildungs- und entwicklungspsychologischen Gründen”.

Vor diesem Hintergrund appellieren die bayerischen SPD-Abgeordneten Doris Rauscher und Florian von Brunn an die Staatsregierung, bei der Wiedereröffnung von Krippen und Kindergärten eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

“Bislang war die Staatsregierung stolz darauf, möglichst schnell und vor allen anderen Bundesländern Einschränkungen für die Menschen zu verkünden”, sagten sie dem BR.

“Jetzt wäre es an der Zeit, auch mal bei wichtigen Erleichterungen vorne zu sein.

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Beim “eingeschränkten Regelbetrieb” sollten nach Meinung von Rauscher und von Brunn bevorzugt jene Familien berücksichtigt werden, die über die systemrelevanten Berufe hinaus dringenden Betreuungsbedarf haben.

Zum Schutz des pädagogischen Personals sollten aber nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten, “die nicht zu einer Risikogruppe gehören”.

Wiedereinstieg in vier Phasen

Welche Rolle spielen Kinder in der Pandemie?

Kitaverband fordert geregeltes Übergangsangebot

Caritas: Schritt in die richtige Richtung

“Weitsicht vor Schnelligkeit”

Das Modell Dänemark

Der Beschluss der Jugend- und Familienminister sieht einen Wiedereinstieg in vier Phasen vor: von der aktuellen Notbetreuung über eine erweiterte Notbetreuung und dann einen eingeschränkten Regelbetrieb bis zurück zum vollständigen Regelbetrieb.

Über das Konzept soll am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten.

Nach der Empfehlung der Familienminister von Bund und Ländern zum Wiedereinstieg in die Kinderbetreuung mahnen bayerische SPD-Politiker ein schnelles Handeln der Staatsregierung an.

Auch der Deutsche Kitaverband sieht Handlungsbedarf.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mahnt bei der Lockerung der Corona-Beschränkungen zwar zur Vorsicht und geht in einigen Punkten langsamer vor als andere Länder.

Insbesondere raschen Kita-Öffnungen hatte er lange eine klare Absage erteilt, macht Eltern in diesem Punkt jedoch mittlerweile vorsichtig Hoffnung.

Er werde zunächst zwar die wissenschaftliche Einschätzung des Robert-Koch-Instituts abwarten, doch wenn es so sein sollte, “wie sich jetzt andeutet, dass die Kleinsten am wenigsten übertragen, dann sollten wir in der Reihenfolge der Öffnungen die Kleinsten natürlich auch besonders im Blick haben”.

Nach Meinung anderer Experten wie zum Beispiel Eva Rehfuess, die an der LMU in München den Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung leitet, reichen die bisherigen Studien aber nicht aus, um gesicherte Aussagen darüber zu machen, ob und welche Rolle Kinder in der Corona-Pandemie spielen.

Die SPD-Politiker verweisen bei ihrer Forderung nach einer zügigen Öffnung von Kitas unter anderem auf den Chef der Passauer Kinderklinik und Vorsitzenden der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Matthias Keller, der vor wenigen Tagen im BR-Interview gesagt hatte: “Es gibt keinerlei Erkenntnisse, dass Kinder bei Covid-19 zur Krankheitslast oder Sterblichkeit beitragen würden.

Auch ein Schichtbetrieb sei denkbar, “bei dem die einzelnen Kleingruppen tage- oder wochenweise abwechselnd die Kita besuchen, damit insgesamt mehr Kinder in den Genuss des Kita-Besuchs kommen können”.

Die Zahl der betreuten Kinder könne durch eine “der aktuellen Infektionsrate angepasste Prozentlösung für die Kita-Belegung” bestimmt werden.

Der Deutsche Kitaverband warnt in der aktuellen Debatte vor einem “länger anhaltenden Notbetrieb der Kitas”.

Denn dieser gefährde das Ziel, Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und sie mit Angeboten früher Bildung zu unterstützen.

Der Verband plädiert dafür, zu einem geregelten Übergangsangebot überzugehen: Die Betreuung von “festen, strikt voneinander isolierten Kleingruppen altersähnlicher Kinder”.

Dadurch würden mögliche Infektionsketten geringer und überschaubarer.

SPD: Bayern muss bei Kita-Öffnungen vorangehen

Der Deutsche Caritasverband begrüßte den Beschluss der Familienminister.

Sie hätten damit das klare Signal gesendet, dass das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt gehöre.

Die Vorschläge, Kitas und Schulen schrittweise und der regional unterschiedlichen Ausgangslage entsprechend wieder zu öffnen, gehen in die richtige Richtung.

Der Paritätische Gesamtverband warnte indessen vor falschen Erwartungen: “Ein schneller Rückkehr zum Regelbetrieb ist kurzfristig weder möglich, noch gesundheitspolitisch angezeigt”, betonte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider.

Um Gesundheitsschutz, Kindeswohl und Teilhabe für alle Kinder bestmöglich zu gewährleisten, brauche es passgenaue Konzepte mit Augenmaß und flankierende Lösungen in Ergänzung zur Kita-Betreuung.

Auch der Geschäftsführer des Verbands katholischer Tageseinrichtungen für Kinder, Frank Jansen, nannte die Vorschläge der Familienminister eine wichtige Orientierung.

Jetzt sei es an den Ländern, diese konkreter zu fassen, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Wenn man zum Beispiel über alternative Raumkonzepte rede, sei die Frage, ob man dabei auch Kinder- und Jugendzentren oder Spielplätze einbeziehen könne.

Zudem müsse über erweiterte Öffnungszeiten in Randzeiten nachgedacht werden.

Während in Bayern und ganz Deutschland zunächst nur Abschlussklassen und somit ältere Schhüler an die Schulen zurückgekehrt sind und insbesondere Grundschüler und Kindergartenkinder wohl noch längere Zeit zu Hause bleiben müssen, geht beispielsweise Dänemark einen ganz anderen Weg: Dort wurde zunächst der Unterricht der unteren Klassen sowie die Kinderbetreuung wie gestartet – auch dort mit strengen Distanz- und Hygienevorschriften.

Der Verband Bildung und Erziehung betonte, dass der Gesundheitsschutz weiterhin oberste Maxime haben müsse.

Im Kita- wie im Schulbereich müsse gelten: “Weitsicht vor Schnelligkeit”, sagte der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Udo Beckmann.

Für jede Kita müsse berechnet werden, wie viel Raum und Personal unter Einhaltung der Hygieneregeln zur Verfügung stehe.

Zudem müsse klar sein, wie mit besonders gefährdeten Kindern und Fachkräften umzugehen sei.

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