Viele Opfer des Coronavirus werden ignoriert

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Die Masern sind nur eines von vielen Beispielen dafür, dass das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 der Gesundheit von Menschen auf mannigfache Weise schaden kann – von psychischen Erkrankungen über Herzleiden bis hin zu Infektionskrankheiten.

Dafür muss es sie nicht einmal infizieren.

Viele Coronavirus-Opfer werden übersehen

Dass eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 Menschen schwer krank machen und sie sogar töten kann, ist inzwischen eine Binsenwahrheit.

Doch darüber hinaus führt die Corona-Pandemie nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Medizin zu zahllosen Kollateralschäden.

Und diese entstehen auf ganz unterschiedlichen Wegen.




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Zum einen durch die Angst, die das neue Virus verbreitet, zum anderen durch die wirtschaftlichen und psychosozialen Folgen, die aus den gegen die Seuche ergriffenen Massnahmen resultieren – und schliesslich, doppelt indirekt, weil manche Patienten in diesen Tagen ihre Arzttermine nicht wahrnehmen.

Masern, Herzkrankheiten, Depressionen: Das Coronavirus verstärkt auf der ganzen Welt medizinische Probleme – auch ohne Menschen direkt zu infizieren.

In der Demokratischen Republik Kongo sind schon 6500 Kinder an einem Virus gestorben.

Aber es war nicht das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2, das die Kinder getötet hat, sondern ein altbekannter Erreger: Die Kinder sind den Masern zum Opfer gefallen.

Nun haben die Masern und Covid-19 – abgesehen davon, dass beide Viruserkrankungen sind – erst einmal nichts miteinander zu tun, und doch sind die Krankheiten enger miteinander verwoben, als vielen Gesundheitsexperten lieb ist: Diese fürchten eine Rückkehr der Masern durch Covid-19.

Jüngst warnten Mediziner daher vor den «Stillen Opfern» durch Sars-CoV-2.

«Viele Patienten scheuen sich aus Angst vor einer Infektion mit Covid-19, ärztliche Einrichtungen aufzusuchen.

» (Lesen Sie hier: Warten bis der Blinddarm platzt) Andere wollen den Ärzten nicht zur Last fallen.

Lerch rät zwar dazu, unnötige Praxisgänge zu vermeiden, aber bei ernsthaften Beschwerden sollten Patienten bitte weiterhin zum Arzt gehen.

Es könnte sonst sogar vermehrt zu Todesfällen kommen.

Ausserdem bräuchten gerade Menschen mit chronischen Krankheiten oft den regelmässigen Kontakt zum Arzt, um ihren Therapien treu zu bleiben.

So bedeutet der Corona-Stress vor allem für das Herz eine besondere Belastung.

Arbeitslosigkeit etwa, die nun auch infolge von Covid-19 zunimmt, erhöht bei Menschen über 50 das Herzinfarktrisiko im gleichen Masse wie Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck, das haben Forscher der Duke University vor ein paar Jahren errechnet.

Doch die termingerechte Behandlung liegt nicht immer in der Hand der Patienten.

Mitunter erhalten Krebskranke derzeit die Nachricht, dass ihre Behandlung wegen der Corona-Epidemie verschoben werden müsse.

Sorgenvoll warten sie dann auf den neuen Termin – und hoffen, dass sie ihn noch erleben.

Die Stiftung Deutsche Krebshilfe sah sich deshalb schon zu einem Appell genötigt: «Trotz der sich schnell ausbreitenden Covid-19-Pandemie darf die Versorgung Krebskranker unter keinen Umständen vernachlässigt werden», sagte der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven.

Viele scheuen sich, zum Arzt zu gehen

Schon jetzt haben mehr als 20 Länder ihre Masern-Impfkampagnen ausgesetzt, weil die Gesundheitsarbeiter alle Hände voll mit dem Coronavirus zu tun haben, berichtet das Magazin Nature.

Die Folgen seien drastisch.

Zwar führen die Masern in reichen Ländern nur selten zum Tod, aber in armen Ländern sterben drei bis sechs Prozent der Infizierten, oft bleiben lebenslange Behinderungen zurück.

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